Es wandelt die Zeit
wird beständig bunter
Blätter lösen sich vom Stamm
tanzen munter mit den Winden
wirbeln zu Spiralen
legen nieder sich in Ecken
wachsen hin zu einer Schar
füllen Wege
liegen vereint
bis raschelnde Schritte
sie vertreiben.

Nebel schweben in
schleierzarter Feuchte
müde über der Wiesen Gras
der tristen Felder Leere
füllen das Dunkel
sinken in die Stille
welkender Zeit
weilen schlaftrunken
auf moosigen Gründen
deren Düfte sich im
Grau der Frühe
anmutig tummeln
in diffusen Lichtern
morgendlicher Blässe
dem Atem der Nacht
begehrlich folgen.


Farben sinken
beflügelnd und frei
erleben die Momente
die den Kreislauf der Zeit
zum Besonderen werden lässt
gemäß einer erhabenen Größe
deren ewig bestehende Wunder
sich in seinen Werken spiegeln
dieses vergehende Jahr mit
einer bunten Krone belegt
der staunenden Welt das
Vergehen erleichtert.

Eisbeladen
stockgebunden
schmücken Reben
des Berges Hang
kalte Sonne
späte Lese
wandeln
Trauben
zu edlem Trank.
Müde wirkt des Sommers Ende
Winde lösen farbige Pracht
Blüten welken
neue grüßen
die Sonne nun
schon herbstlich lacht.

Verblüht
so manche Zierde
der Herbst berührte sacht
das Einstige des Sommers
vorbei die schöne Pracht
kupfern leuchten Blätter
Winde wehen herbei
rau werden die Wetter
genüsslich nun bereit
reife süße Früchte
es herbstet weit und breit.

Wolkengrau und sturmgeladen
fegen Winde durch das Land
treiben Blattwerk in die Weite
feurig' kleinen Drachen gleich
wirbeln frohgesinnt im Kreise
jauchzen noch ein letztesmal
segeln dann der Zeit ergeben
hin zu erdiger Bleibe.


Wandartig
steht früher Nebel
im bunten Blätterwald
entlockt dem gefallenen Laub
vieler vergangener Jahre
modrige feuchte Düfte
der gestiefelten Seele
entflammende Sinne
erquickende Blicke
auf perligen Dunst
der Morgenfrühe.

Aus Bäumen
fallen Kastanien
wie befreit
springen sie dahin
doch nur kurz ist ihr Vergnügen
legen zu andren sich still
bis ein Mädel voll Entzücken
ihre Hand nach ihnen streckt
und die Augen glattgeformte
braune Wunder
als einen Schatz erkennen.


Keilförmig
ziehen sie
übers Land,
erste sichtbare
lange Ketten am Himmel,
hörbare Rufe nähern sich
schnatternd im Wechsel
mit dumpfen Lauten
einer Trompete
beim Flug in
den Süden,
dem Winter
weichend.
Schauspiel
der Zeit.

Noch
halten Blätter sich
in ihrem Sterben
nähren sich vom Lebenssaft
und im Spiel der Farben
weilt ein Leuchten
wundersam
erst
wenn Stürme brausend toben
lösen Blätter ihren Halt
wirbeln frohgelaunt hernieder
wild getrieben
Gaudium der Zeit.


Bunte Blätter
lösen sich leise,
wirbeln spaßig wild umher,
spielen Fangen in den Winden,
und im Schein der tiefen Sonne
meistern Mücken ihren Tanz,
spüren Nebel
feuchter Erde
langsam steigen,
hinauf zum Lärm der Raben,
die sich in den Bäumen einen.

Es lugt die Sonne
durch Ast und Strauch
der Morgen wird lebendig
Nebel steigen in junger Helle
flüchten still vom Wiesengrund
lassen Spuren gläserner Perlen
beim Gruss des Morgens
sichtlich schmelzen
vereinen sie
mit dieser Welt.

Nebel schweben in
schleierzarter Feuchte
müde über der Wiesen Gras
und trister Felder Leere
sinken verhalten
in die Stille der Zeit
weilen auf Moosigem
in Düften des Abends
folgen begehrlich
dem Atem
der Nacht.

In den Bäumen
lärmt der Wind
teilt die brausenden Klänge
bläst und wirbelt ungestüm
das Tongewirr
übermütig
kreuz und quer
faucht es zur Höhe
Gauklerspielen gleich
stöhnt launig seine Akkorde
hinunter ins Erdengeheul.


Der letzte Apfel
wurde über Nacht
mit weißen Flocken
gütlich bedacht
und tief im Kerne
freute er sich leis‘
auch das Vögelchen
die hungrige Meis‘
so hing er Tage
vergnüglich und keck
fiel dann herunter
vom Ästchen hinweg
das war das Ende
vom Apfel am Baum
nun liegt er nieder
spürt den Todestraum.

Seit Stunden sprühen
der Wolken Tränen
Trübe verschleiert
lustlos den Tag
letzte Blätter
gleiten verhalten
auf das goldgelbe
vergehende Drunter
beschönen die Zeit
erhellen Seelen die
in Gemächern des
Novembers
verweilen.


Schritte
rascheln durch
des Waldes Sterben
Blätter sinken in
feuchten Grund
Schritte
stolpern
über Reiser
spüren Halt auf
weichen Moosen
dessen Grün sich
von flammenden
Baldachinen der Höhe
betören lässt.

Sonnige Tage
kühle Nächte
drängen kleine Wesen
zu instinktivem Eifer
im erwachenden
feuchten Hain
an wehende Fäden
reihen Tautropfen sich zu
silberglänzenden Perlenketten
schmücken den Morgen
wie eine in Schleier
gehüllte Braut
letzte Eulenrufe
verkünden den
neuen Tag.

Weinrote
Zauberwerke
verdrängen an
alten Gemäuern
sommerliches Grün
erquicken Seelen
deren Blicke sich
in feuriger Röte
wilden Weines
tummeln und
schweigend
das Sinnen
nach oben
veranlassen.

Überall ein Blühen,
Bienen summen umher,
fröhlich wirkt die Heide
im weiten Blütenmeer.
Düfte vom Holunder,
grün der Schafe Gras,
Schäfer wandert einsam,
Hunde hüten mit Spaß.
Wolken in der Höhe,
leise säuselt der Wind,
bunte Käfer huschen,
der Mensch hier Ruhe find'.


Nebelgrau
der Morgen
Spinnen weben
bizarre Werke
in den Dunst
der Frühe
wiegen
in den
Winden
vollenden
ihre Kunst.

Wie vorzeiten
zeigt sich Wandel
Farben spielen
sanft mit dem Wind
Vögel sammeln
sich zur Reise
und im Wald der
bunten Blätter
drängen Pilze
freudig ans Licht
um im herbstlich
schönen Leben
sich erhaben
zu entfalten.

Nebel weilt
in seiner Fülle
Lüfte werden
nächtlich kühl
und in Strahlen
tiefer Sonne
leuchten
Tupfer
bunt
und
schön
künden
das Vergehen.

Hocherhaben
stehen Eichen
Wolken pilgern
durch das Land
aus den Kronen
fliegen Wunder
braungewelkte
mit dem Wind
schmiegen sich
zu den Vertrauten
erdverbunden
dem Winter
harrend.


Trüber Himmel
Wolken ziehen
in Wipfeln tobt
des Sturmes Drang
schaurig' Heulen
wildes Treiben
Wurzeln
stöhnen
Stämme
krachen
formen
lichten
bizarre
Schneisen
und im Sog
zorniger Spuren
folgen Blätter
viel an Zahl.


Am Gemäuer
flammen Blätter
geheimnisvoll
flüstern sie
dem Wind
dass er sich
ihrer erbarme
und sie treibe
fort geschwind
in des Himmels
bunten Zauber.

Im Strahl der Sonne
lösen sich Goldgelbe
letzte Spuren
göttlicher Werke
taumeln gelassen
aus luftiger Höh'
hinab in den Schlund
zeitlicher Vergänglichkeit.

Drohende
sturmgepeitschte
Klänge toben übers
aufgewühlte Meer
tönen in die Tiefe
im Dunkel der Nacht
schallen ins Labyrinth
jaulender Höllenhunde
winden sich im Sog
trommelnder Urgewalt
in die schäumende Welt
ungestümer Wellengänge
elementare Gesänge
jagen übermütig zum Feuerball
am dämmernden Horizont
verklingen im Augenblick
des Erwachens.

Letztes wildes Blühen,
müde sinken Blätter in
goldener Pracht
durch Lüfte wandelnder Zeit
der Vergänglichkeit entgegen,
wehmütige Tänze
begleiten das Ende
des milden Sterbens
im Kreislauf der Natur,
immerwährend,
Jahr für Jahr.


Sonnenblumen
schmücken
die Zeit
strecken
sich
zum
Licht
zum
Schöpfer
aller
Dinge
lobpreisen
immergleich.
Herbstliche
Schönheiten
berühren
beglücken
den
Alltag
beleben
Sinne
spinnen
Gedanken
zum
Wunsch
nach
weiteren
Momenten
dieser
Art.


Goldenfarbig
gleiten sie
zur Erde,
halten inne,
verweilen Augenblicke,
taumeln schwebend
in die Tiefe,
finden Halt
in Beeten
welkender Blüten,
die den Herbst einläuten,
das Sterben der Zeit,
das Vergehen
der Blätter
erleben.

Stürme erreichen hiesig' Region,
Bäume in Schräge knarren schon,
ziehen wirbelnd eine Schneise,
krachendes Bersten auf der Reise.
Donnernd knicken wüst die Stämme,
hängen wirr auf halber Höh',
drohend ziehen Wolkenfelder,
verschreckt steht starr - ein Reh.
In der Ferne hört man's rauschen,
Vögel kämpfen stehend im Sturm,
wie sie sich dabei fühlen,
das allein weiß der letzte Wurm.