Windmelodien Neu


In den Bäumen
lärmt der Wind
teilt die brausenden Klänge

bläst und wirbelt ungestüm
das Tongewirr
übermütig
kreuz und quer
faucht es zur Höhe
Gauklerspielen gleich
stöhnt launig seine Akkorde
hinunter ins Erdengeheul.


up

Der letzte Apfel


Der letzte Apfel
wurde über Nacht
mit weißen Flocken
gütlich bedacht

und tief im Kerne
freute er sich leis‘
auch das Vögelchen
die hungrige Meis‘

so hing er Tage
vergnüglich und keck
fiel dann herunter
vom Ästchen hinweg

das war das Ende
vom Apfel am Baum
nun liegt er nieder
spürt den Todestraum.


up

Herbstfacetten


Nebel schweben in
schleierzarter Feuchte
müde über der Wiesen Gras
der tristen Felder Leere

füllen das Dunkel
sinken in die Stille
welkender Zeit

weilen schlaftrunken
auf moosigen Gründen
deren Düfte sich im
Grau der Frühe
anmutig tummeln
in diffusen Lichtern
morgendlicher Blässe
dem Atem der Nacht
begehrlich folgen.


up

Nieselregen


Seit Stunden sprühen
der Wolken Tränen
Trübe verschleiert
lustlos den Tag

letzte Blätter
gleiten verhalten
auf das goldgelbe
vergehende Drunter
beschönen die Zeit
erhellen Seelen die
in Gemächern des
Novembers
verweilen.


up

Herbsterleben


Schritte
rascheln durch
des Waldes Sterben
Blätter sinken in
feuchten Grund
Schritte
stolpern
über Reiser
spüren Halt auf
weichen Moosen
dessen Grün sich
von flammenden
Baldachinen der Höhe
betören lässt.


up

Spinnweben


Sonnige Tage
kühle Nächte
drängen kleine Wesen
zu instinktivem Eifer
im erwachenden
feuchten Hain

an wehende Fäden
reihen Tautropfen sich zu
silberglänzenden Perlenketten
schmücken den Morgen
wie eine in Schleier
gehüllte Braut

letzte Eulenrufe
verkünden den
neuen Tag.


up

Herbströte


Weinrote
Zauberwerke
verdrängen an
alten Gemäuern
sommerliches Grün
erquicken Seelen

deren Blicke sich
in feuriger Röte
wilden Weines
tummeln und
schweigend
das Sinnen
nach oben
veranlassen.


up

Wenn die Heide blüht


Überall ein Blühen,
Bienen summen umher,
fröhlich wirkt die Heide
im weiten Blütenmeer.

Düfte vom Holunder,
grün der Schafe Gras,
Schäfer wandert einsam,
Hunde hüten mit Spaß.

Wolken in der Höhe,
leise säuselt der Wind,
bunte Käfer huschen,
der Mensch hier Ruhe find'.


up

Spinnereien


Nebelgrau
der Morgen
Spinnen weben
bizarre Werke
in den Dunst
der Frühe
wiegen
in den
Winden
vollenden
ihre Kunst.


up

Herbstliche Einkehr


Wie vorzeiten
zeigt sich Wandel
Farben spielen
sanft mit dem Wind

Vögel sammeln
sich zur Reise

und im Wald der
bunten Blätter
drängen Pilze
freudig ans Licht
um im herbstlich
schönen Leben
sich erhaben
zu entfalten.


up

Septemberzeit


Nebel weilt
in seiner Fülle
Lüfte werden
nächtlich kühl
und in Strahlen
tiefer Sonne
leuchten
Tupfer
bunt
und
schön
künden
das Vergehen.


up

Eichen im Herbst


Hocherhaben
stehen Eichen
Wolken pilgern
durch das Land
aus den Kronen
fliegen Wunder
braungewelkte
mit dem Wind
schmiegen sich
zu den Vertrauten
erdverbunden

dem Winter
harrend.


up

Herbstgetöse


Trüber Himmel
Wolken ziehen
in Wipfeln tobt
des Sturmes Drang
schaurig' Heulen
wildes Treiben

Wurzeln
stöhnen
Stämme
krachen
formen
lichten
bizarre
Schneisen
und im Sog
zorniger Spuren
folgen Blätter
viel an Zahl.


up

Herbstgeflüster


Am Gemäuer
flammen Blätter

geheimnisvoll
flüstern sie
dem Wind

dass er sich
ihrer erbarme
und sie treibe
fort geschwind

in des Himmels
bunten Zauber.


up

Herbstzeit


Im Strahl der Sonne
lösen sich Goldgelbe

letzte Spuren
göttlicher Werke
taumeln gelassen
aus luftiger Höh'
hinab in den Schlund
zeitlicher Vergänglichkeit.


up

Höllensturm


Drohende
sturmgepeitschte
Klänge toben übers
aufgewühlte Meer

tönen in die Tiefe
im Dunkel der Nacht
schallen ins Labyrinth
jaulender Höllenhunde
winden sich im Sog
trommelnder Urgewalt
in die schäumende Welt
ungestümer Wellengänge

elementare Gesänge
jagen übermütig zum Feuerball
am dämmernden Horizont
verklingen im Augenblick
des Erwachens.


up

Oktober


Letztes wildes Blühen,
müde sinken Blätter in
goldener Pracht
durch Lüfte wandelnder Zeit
der Vergänglichkeit entgegen,
wehmütige Tänze
begleiten das Ende
des milden Sterbens
im Kreislauf der Natur,
immerwährend,
Jahr für Jahr.


up

Ruf der Wildgänse


Man sieht sie
man hört sie
keilförmig fliegen
sie übers Land.

Wilde Gänse künden
den Herbst
den Winter
Jahr für Jahr
ziehen sie
verweilen sie
im ständigen Wechsel.
Ruf der Wildgänse
ein Zeichen
der Zeit!


up

Sonnenblumen


Sonnenblumen
schmücken
die Zeit
strecken
sich
zum
Licht
zum
Schöpfer
aller
Dinge
lobpreisen
immergleich.

Herbstliche
Schönheiten
berühren
beglücken
den
Alltag
beleben
Sinne
spinnen
Gedanken
zum
Wunsch
nach
weiteren
Momenten
dieser
Art.



up

Blätterruhe


Goldenfarbig
gleiten sie
zur Erde,
halten inne,
verweilen Augenblicke,
taumeln schwebend
in die Tiefe,
finden Halt
in Beeten
welkender Blüten,
die den Herbst einläuten,
das Sterben der Zeit,
das Vergehen
der Blätter
erleben.


up

Sturmzeit


Stürme erreichen hiesig' Region,
Bäume in Schräge knarren schon,
ziehen wirbelnd eine Schneise,
krachendes Bersten auf der Reise.

Donnernd knicken wüst die Stämme,
hängen wirr auf halber Höh',
drohend ziehen Wolkenfelder,
verschreckt steht starr - ein Reh.

In der Ferne hört man's rauschen,
Vögel kämpfen stehend im Sturm,
wie sie sich dabei fühlen,
das allein weiß der letzte Wurm.