Katzenliebelei Neu
Schnee fällt sacht hernieder,
bedeckt Wald, Feld und Flur,
man sieht in der Frühe
der schwarzen Katze Spur.
Schleicht entlang des Feldes,
kommt so wieder zurück,
kriecht auf ihr lieb' Plätzchen,
leckt sich dann, macht sich schick.
Denn jeden Morgen kommt
die bunte Katz’ vorbei,
wartet auf die Schwarze
zur Katzenliebelei.
Katzenkummer Neu
Es stand eine Katze
mit erhob'ner Tatze
unbeweglich und stumm
seit Zeiten so herum,
am Eingang des Gartens,
der Familie Martens.
Der Schmusekater „Klaus“
schlich abends um das Haus,
schrie zum Herzerbarmen
nach der Katze Carmen,
die nur lieblich starrte,
immer gleich verharrte,
drum er sie begehrte,
sie sich auch nie wehrte,
wenn er sie beleckte,
sich voll Liebe streckte,
doch am frühen Morgen,
war er voller Sorgen,
denn die süße Katze
hielt weiter ihre Tatze
ihm traulich entgegen,
wurde fast verlegen,
und sah nun endlich ein,
diese wird niemals mein.
Paarungszeit
Es schrie ein Kater
wie zum Erbarmen,
wollte so gerne
die Katz‘ umarmen,
sein Nebenbuhler
vom Haus nebenan
drohte beständig:
„Komm nicht weiter ran!“.
Die Katze erhob
galant ihren Schwanz,
und rief ihnen zu:
„Bitte erst den Tanz!“.
Sie stemmten empor
die Vordertatzen,
mussten vornüber
am Fell sich kratzen,
dann auf Kommando
die Augen verdrehn,
mit einem Lächeln
zur Katze hinsehn,
und die Begehrte
erwähnte frivol:
„Ich hol mir lieber
einen aus Tirol!“.
Hundefrust
Es kauert ein Hund
in seiner Hütte,
beäugelt's Kätzchen,
die süße Lütte.
Sie aber würdigt
ihm keine Blicke,
will eilends hinweg
zu ihrer Zicke,
die meckernd erregt
auf der Wiese steht,
ein Hauch von Liebe
schon zu ihr hinweht,
denn die Verschmuste
liebt innig das Tier,
springt schwungvoll hinauf
und hat ihr Plaisier,
miaut ihr dann noch
vergnüglich ins Ohr:
„Nun schreite voran
bis vorne ans Tor!“
Verstört fing der Hund
nun an zu jaulen,
wollte so gerne
die Lütte kraulen,
doch diese koste
am Fell der Zicke
und schenkte wieder
ihm keine Blicke.
Seither schielt leidend
und frustriert der Hund,
nur noch zum alten
Fräulein Kunigund.
Begehrlichkeiten
(Satire)
Im Apfel saß verträumt ein Wurm
und hing am Tannenbaume,
wünschte sich von Herzen sehr,
zu weilen in einer Pflaume.
Bello schielte schon seit Tagen
begehrlich hoch zum Stern,
der war aus Zimt und strahlte,
hätte ihn zum Fressen gern.
Pummel, die dicke Katze,
liebte den Lebkuchenmann,
saß auf dem Schrank daneben
und kam nicht an ihn ran.
Der Wurm verließ den Apfel,
schaute freudevoll umher,
sah all die schönen Dinge,
begehrte auch sie so sehr.
Plötzlich knurrte Bello,
hörte des Wurmes Fraß,
auch Pummel laut miaute,
recht sorgenvoll sie saß.
Den Wurm all das nicht störte,
knabberte hin zum Stern,
vergnügte sich im Baume,
vom Lebkuchen nicht mehr fern.
Eifersüchtig sprang Pummel,
ergriff den Lebkuchenmann,
der Hund sein Zimtesternchen,
alles zu wackeln begann.
Der Wurm flog auf den Teller,
fühlte sich wie im Traum,
landete im Berg von Früchten,
dicht neben einer Pflaum‘.
Plagegeister
Die Flöhe auf der Katze Rücken
sprangen munter voll Entzücken,
als sie sahen den alten Hund
in der frühen Morgenstund.
Dieser sah die Katze kommen,
wurde ängstlich, ganz beklommen,
es juckte ihn schon aus der Ferne,
weil die Flöhe sprangen gerne
von der Katz' auf seinen Rücken,
sprangen hier nun voll Entzücken
als Plagegeister wild umher,
wurden täglich immer mehr.
So geschah es in der Frühe,
und doch eines Tages, siehe,
rief der Hund der Katz' entgegen:
"Hör gut zu - der Flöhe wegen,
lauf dort hinten in den Sand,
kuller dich bis an die Wand,
drehe rechts rum dich im Kreise,
aber bitte ganz ganz leise,
heb' die rechte vord're Pfote,
jaule dann wie ein Kojote,
stell' die Ohren in den Wind,
drehe links rum dich geschwind,
streck' in die Höhe deinen Schwanz,
vollführe nun den Affentanz!"
Der Katze wurd' es jetzt zu bunt,
sah das Grinsen von dem Hund,
rief ihm zu: "Ich will dir was zeigen,
die Flöhe können einen Reigen,
schau mal hin auf meinen Rücken,
wie sie springen voll Entzücken!"
Das Hundetier sprang schnell herbei,
so wurd' die Katz' von Flöhen frei,
und wieder sprangen voll Entzücken
Plagegeister auf des Hundes Rücken.
Katzenherrschaft
Ein Hund sah eine Katze,
die drohte mit der Tatze,
er solle ja nicht wagen,
durch sein Gebell was sagen,
denn Hunde mocht' die Katze nicht,
sprang jeden an - der nahte sich.
Das sprach sich bei den Hunden rum,
doch diese waren auch nicht dumm,
knurrten leis' als Angriffszeichen,
wollten nicht der Katze weichen,
die weiter drohte aus der Ferne,
wollte herrschen doch so gerne
über die ganze Hundemeute,
die sie hätten gern zur Beute.
Die Katze war nur etwas schlauer,
besah die Hunde sich genauer,
die sich knurrend unterhielten,
angriffsbereit zur Katze schielten,
um den Angriff nun zu starten,
wollten nicht mehr länger warten.
Die Hunde bellten laut und schrill,
die Katze blieb aber sitzen still,
sprang dem ersten ins Gesicht,
der jaulte erbärmlich - fürchterlich,
die andern machten Kehrt voll Frust,
hatten auf "Katze" nicht mehr Lust.
Mittagsruhe
Die Katze liegt auf meinem Bauch,
schnurrt gemütlich wie's so Brauch,
zuckt an allen Ecken und Enden,
ganz besonders an den Lenden,
träumt vielleicht vom Mäusefangen,
wie sie um ihr Leben rangen,
als sie sah'n die Katzenpfoten,
die sie fürchterlich bedrohten.
Ich liege so zur Mittagsruh'
mache beide Augen zu,
genieß' das wohlige Geschnurre,
höre draußen Taubengegurre.

Igel im Spiegel
Es war einmal ein Igel,
der schaute in den Spiegel,
sah seine vielen Stachel,
und im Spiegel Kachel.
Daneben stand'ne schwarze Katze,
die ihn stieß mit der Tatze,
der Igel wurd' zu einem Rund,
Katze verstachelte sich den Mund,
schrie und fauchte im Spiegel,
ganz lässig blieb der Igel.
Das war der Schwarzen eine Lehre,
gab seitdem dem Igel Ehre,
grüßte mit der samten Pfote,
so kam alles wieder ins Lote.
Baumkatze
Die Katze sah die Vögel
sitzend auf dem Baum,
sah sie hüpfen, springen,
auch im Katzentraum.
Sah die Vögel schlafen
in dem Baumgeäst,
wie sie kamen geflogen
und bauten sich ein Nest.
Sie lernte von den Vögeln,
schlief in Baumeshöh',
träumte auch vom Fliegen,
und manchmal bissen die Flöh'.
Stadtkatze
Eine Brücke führt zur Insel,
gleich drunter die alte Vecht',
am Ufer ein knorrig Baume,
im Stamm ein Loch. Für'nen Specht?
So denken manche Passanten
und hören ein leises Miau'n;
dann ein Kopf, ein Gähnen,
alle sind am Schau'n.
Im Loch wohnt eine Katze,
dort ist ihr Zuhaus,
streckt, leckt, putzt sich,
Leute machen ihr nichts aus.
Sie lebt in freier Wildbahn,
doch auch in der Stadt,
die kunterbunte Katze,
und wurde bisher auch satt.
Liebe im Rosengarten
In einem Rosengarten
roch es nach Hasenbraten,
das roch die Katze ganz genau,
sie war rot und auch recht schlau,
denn diesen Hasen - sie kannte,
weil er vor ihr weg rannte,
wenn sie kam auf leisen Sohlen,
um sich eine Maus zu holen.
Der Hase saß oft vor dem Bau,
hielt Ausschau nach einer Hasenfrau.
Wenn die Katze kam geschlichen,
alle Hasen flüchtend wichen,
so ging das viele Jahre lang,
dem Hasen wurde Angst und Bang,
im schönen Rosengarten,
immernoch am Warten
auf die geliebte Hasenfrau.
Hörte nachts dann ein Miau,
er konnte kaum noch gehen,
auch nicht mehr richtig sehen,
hob die Pfoten hoch empor,
streichelte das Tier am Ohr.
Die beherzte Katze hielt recht stille,
dachte, sicher des Hasen letzter Wille,
küßte den Hasen auf den Mund,
lieb und zärtlich in nächtlicher Stund'.
Der Hase legte sich zur Seite,
die Katze suchte eilig das Weite.
Morgens fand die Frau im Garten
den Hasen, machte draus'nen Braten,
das roch die rote Katze,
wischte sich mit der Tatze
Tränen aus dem Angesicht,
vorbei die Rosengartengeschicht'.
Des Katers Rache
(Satire)
Es lag ein Kater auf der Lauer,
geduldig schnurrend, um genauer
den Mann zu sehen, der ins Haus
gekommen war als Nikolaus.
Der Kater schlich sich hinterdrein,
und schmuste an des Niklas Bein,
erkannte nun den alten Mann,
es war der Herr von nebenan.
Dieser haßte Katzentiere,
stand am Abend immer schmiere,
um die Katzen zu beschmeißen
mit dicken Steinen - so ganz heißen.
Der Kater begriff den Augenblick,
machte kehrt und schaute zurück,
besprang den Alten im roten Rock,
der drohend hielt den Rutenstock.
All die Leute erschreckten sehr,
der kleine Peter schrie noch mehr,
das Tier sprang an den weißen Bart,
riß ihn runter in Gegenwart
von all den vielen Leuten,
die sich des Tages erfreuten,
sahen jetzt den Nachbarsmann,
der keine Katzen leiden kann.
Der kleine Peter rief ganz laut:
"Das ist der Mann, der Katzen haut!"
Seitdem kam nie mehr in das Haus
der Nachbarsmann - als Nikolaus.
Katzenwäsche
Die Katze leckt sich hinten ganz,
auch darunter - unter'm Schwanz,
lockert schmatzend ihr Pluderfell,
das halb rot und etwas hell,
beleckt die Pfoten für's Gesicht,
sehr vergnüglich - Schicht für Schicht,
auch die Ohren kommen dran,
und der Bauch irgendwann,
schaut auch in die Runde,
halb offen der Katzenmunde,
weil sie sich konzentrieren muß,
auf das Waschen mit Genuß.
Ofenkatze
Die Katze sitzt am Ofen,
wärmt sich ihren Bauch,
genießt das faule Leben,
und das Streicheln auch.
Schnurrt mal laut mal leise,
wie es ihr so paßt,
bleibt gemütlich liegen,
kennt auch keine Hast.
Als draußen schrie ihr Kater,
da wurde sie langsam wach,
war schon alt an Jahren,
dachte nur noch - ach!
Der Kater ging von dannen,
versuchte es stets auf's Neu,
dachte an alte Zeiten,
an die Liebe - im Stroh und Heu.