Kämpfer gegen Frieden Neu


Unentdeckt aus geheimen Tunneln
kriechen mit Waffen beladene Kämpfer,
dem Hass ihres Volkes folgend,
fast unsichtbar unter Grenzen hervor,
mit mörderischem Unheil im Gepäck,
das weitere Luftschläge des Gegners
auf das eigene Volk auslösen,

grausames Sterben vor den Augen
unschuldiger verstörter Kinder, Alter, Kranker,
die die kriegerischen Auseinandersetzungen
und das grausame Blutvergießen
nicht mehr begreifen können,
in zerstörten staubigen Häusern
traumatisiert ins Leere starren,
der Welt entrückt,
die mit Waffen
Frieden schaffen will.

Welch ein Zustand unserer Zeit?


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Giftgas im 1. Weltkrieg Neu


Wie ein Kampf gegen Ungeziefer
kamen Wolken giftiger Gase auf Menschen zu,
verloren die Orientierung in der Erprobung
dieser neuen teuflischen Kampfstoffe,
drangen unter notdürftig angelegte Masken,
nahmen den verstörten Soldaten das Atmen,
schnürten die Kehle zum qualvollen Ersticken,
trieb Feinde aus ihren Stellungen,
verhalf manchen Ländern zum Sieg
und Industrien zum Jubel.


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Frontsoldaten Neu


Schwach loderte das Feuer
im schlammigen Schützengraben,
an dem Frontsoldaten ein wenig Wärme fanden,
umgeben von zerborstenen morschen Hölzern,
die Schutz bieten sollten, nicht standhielten,
dazwischen gierige fette Ratten,
Läuse und Flöhe die Uniformierten plagend bissen,
während über ihren Köpfen das Granatfeuer tobte,
Verwundete des Schlachtfeldes kaum geborgen
werden konnten, Schreie im Kugelhagel verstummten,
sie einsam verbluteten, starben,
ohne erkannt zu haben,
dass sie für Kriegsführende nur zum
Menschenmaterial gehörten.



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Auf dem Schlachtfeld Neu


Verwundet liegt er auf Schultern
des helfenden Kameraden,
dahinter tragen Sanitäter Zerschossene,
bergen vom aufgeweichten Boden
verwundete Kämpfer aus Gefahrenzonen,
dem apokalyptischen Schlachtfeld
schutzlos ausgeliefert.

Abgekämpft, in Sinnlosigkeit gefesselt,
schauen verzweifelte Augen
auf Zerstörungen,
dazwischen stapfen Soldaten
durch schlammige Schützengräben,

fern, aber hörbar, tobt der Frevel,
der in Häuserfronten sein Unwesen treibt,
Dorf für Dorf erobert,
Gefangene ins Ungewisse abführt,
Tote kaum Interesse finden,
Kreuze von Kirchenleuten,
kraftlose gegenständliche Symbole,
den Seelen keinen Halt bieten,
Soldaten im Glauben schwächen,

nur der Sensenmann
geistert lüstern beharrlich umher,
schneidet Leben in seine Welt.


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Weg der Kriegsgefangenen Neu


Eine lange dunkle Schlange
abgekämpfter entwaffneter Soldaten,
der Ehre beraubt,
werden durch Weiten des Winters
in die Gefangenschaft getrieben.

Spuren der Besiegten
prägen die schneebedeckte Zeit,
auch ausgemergelte Gesichter,
deren Ausdruck die Niederlage
in ihrer Seele beschreibt,
zerlumpt, verletzt und wehrlos
folgen sie müden Schrittes
der Menge auf dem Weg
erneuter Unsicherheit,
einige blicken erschöpft
mit verzerrtem Lächeln
in die Kamera eines Fotografen,
der diese Augenblicke festhalten soll,
als Triumph diabolischer Macht.


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Zeitenwende 1914 Neu


Glorie der Blaublütigen fand ihr Ende,
letzte Reigen wurden getanzt,
andere Mächte entflammten.

Stolz und begeistert
zogen Männer in die Schlacht.
Endlich Krieg!
Jubelrufe überall.
Soldaten mit aufgesetzten
blumengeschmückten Bajonetten
schritten mit Tschingderassabum
durch die Straßen, Kinder liefen mit.

Geistiger Taumel durchdrang die Staaten,
Frieden war nicht mehr gewollt.
Eine Kette wurde eifrig geschmiedet,
in Blutrausch und Kriegslust getaucht,
Geistliche riefen von Kanzeln ihr Hurra,
ließen Kreuze als Begleiter hämmern,
um neuen grausamen Waffen standzuhalten.

Fremde Erde verschluckte Millionen Leben,
Tote kaum noch beachtet, es waren so viele,
Erde und Himmel brannten im Höllensturm,
die apokalyptischen Reiter
begannen ihren Lauf.



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Schwere Schuldgefühle


Alt und grau ist er geworden,
Erinnerungen durchwuchern seinen Alltag,
krümmen seine schuldbeladene Seele,
Menschen im Krieg getötet zu haben,
die er nicht kannte,
so jung waren wie er und gerne wieder
nach Hause kommen wollten.

Gedanken voller Reue kreisen in der Tiefe
seines geplagten Herzens,
vom innigen Wunsch begleitet,
dass Gott ihm verzeihen möge.


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Geschaufelte Gräber


Lebende,
von Mächten gehetzt,
verscharrten erschossene Leiber
in langen Gräben,
seitwärts standen Todgeweihte
mit langen Spaten voll Erde,
sahen die Körper fallen und wussten,
dass sie als Nächstes fallen werden.

Uniformen trieben, traten, feuerten
pflichtbewusst und hasserfüllt
mit teuflischen Gesichtern
auf unschuldiges Leben.

Grauen, pures Entsetzen
erfüllte die Dauer der Vernichtung!


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Momente des Krieges


Mit eisigen Krallenhänden
geistert der Tod
durch flammende verwüstete Dörfer,
gnadenloses Sterben auf kalter Erde,

Ketten gepanzerter Ungetüme
rattern schwankend umher,
Angriff,
getroffen,
kein Entkommen
aus dem stählernen Sarg,
letzte grausame Todesschreie,
der Lebensverächter ist zur Stelle und grinst.

In Rosenbeeten liegen zerfetzte Körper
in blutverschmierten Uniformen,
auf dem Koppelschloss steht:
„Gott mit uns“.


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Vögel des Krieges


Verstreut und unbegraben
liegen Verstümmelte
verlassen im Kriegsgetümmel,
von Totenvögeln umkreist,
die keinen Unterschied
zwischen Mensch und Tier kennen,
um ihren Hunger zu stillen,

auch Waffenlärm
verscheucht sie nicht,
kennen die Geräusche,
kehren an die Orte
ihres Überlebens zurück.


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Hoffen auf Frieden


Die Welt bangt,
Morde an Unschuldigen
wollen nicht enden.

Verheerende Zerstörungen und
unkontrollierter Hass prägen das Land,
Massen fliehen ins Ungewisse,
in die Ohnmacht der Völker,
ins Zerrissene der Zeit,
andere bleiben,
versinken im Schlund
teuflischer Begierden
ohne Entrinnen,
ohne Wollen.

Was wird werden,
was wird sein,
wenn Lösungen versagen?

Die Weltgemeinschaft
hofft auf Frieden,
wo keiner zu finden ist!


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Eroberung


Verbrannte Erde hinterließen
folgsame Soldaten,
ebenso verkohlte,
geschundene,
vergewaltigte Leiber,
erschossene zerstückelte Tiere,
die den Hunger der Eroberer stillten,
bevor sie hasserfüllt weiter ins Land zogen,

heimatliche Oasen erstürmten,
verwüsteten,
in Brand steckten,
verstörte Bewohner in den Tod trieben,
mordende Banden das angstvolle Schreien der Kinder
schändend überhörten,
Alte vor sich herscheuchten, zerrend jagten,
verzweifelte Blicke auf brennendes Hab und Gut
kaum möglich waren,
das Böse unbeirrt
des Feindes Land eroberte,
ungezügelt dem Sieg entgegenstrebte.



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Schreie nach Frieden


Völker schreien
tief im Herzen
nach Recht,
nach Frieden,
nach Freiheit,
nach Normalität,
nach einem Leben in Würde
ohne den gefürchteten Hass,
der Verängstigte Tag und Nacht
in Löchern der Ruinen hausen lässt,
der Gewalt hilflos ausgesetzt,
dem Entsetzen des Alltags,
unentrinnbar.

Verlangen
der Unschuldigen.



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Wahre Helden


Sie wollten nicht
wie viele andere
in den Krieg ziehen,
ihn auch nicht lernen,
um Fremde zu ermorden.

Sie kannten Gott, seine Gebote,
blieben mit seiner Hilfe standhaft,

bevor ihr wertvolles Leben in
den Konzentrationslagern
durch Erschießung oder
unterm Fallbeil endete.

Wahre Helden
in Zeiten des Grauens.


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Flüchtlingslager


Dicht an dicht bis zum Horizont reihen sich Zelte
mit vertriebenen, hoffnungslosen Menschen,
ihrer Heimat beraubt,
dem Bombenhagel und Kriegstreiben
gerade noch entkommen,
nun, den Alltag ungewohnt erleben,

dazwischen kleine barfüßige Kinder,
die mühsam Eimer mit sauberem Wasser
durch sandige, schlammige Wege von
einer Zapfstelle herbei schleppen,
andere erkämpfte Brotlaibe fest umfassen
oder Säcke mit Mehl, Hirse und Reis
auf ihren zarten jungen Schultern
zu ihren Familien tragen,
vorbei an besorgten Müttern,
deren Babys in Tüchern ruhen,

vom tobenden Krieg im Nachbarland
noch nichts wissen,
die Welt aber hilflos erschüttert,
dem Morden keinen Einhalt bieten kann,
Massen der verängstigen Bevölkerung durch
unversöhnliche hasserfüllte Gesinnung
täglich grausam löschen,
dem Teufel zur Freude.


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Flucht durch sandige Erde


Ausgedörrte Tränen,
tote Leiber mit starren Blicken
liegen im heißen Sand,

barbarisch schwebt das Grauen
durch staubige Weiten,
blutige Gefechte ereilen Seelen,
die gerade noch Essen zubereiteten,
jetzt, eingehüllt von Sandstürmen
zu Gräbern geformt werden,
Unschuld ungehört zum Himmel schreit.

Flüchtende ziehen furchtsam vorüber,
Ausgemergelte mit Kindern an der Hand,
am Rücken das Wenige,
den Kopf voll Not,
erblicken sie rücksehend einen
brennenden zersprengten Horizont,
dessen bestialische Gewalten
Massen ins Ungewisse drängt,
ins Verderben,
in Hunger und Not.


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Kinder im Bombenhagel


Von Bombensplittern getroffen
liegen sie auf einem großen belebten Platz
blutend am Boden, es ist Marktzeit,
gerade noch hielten sie sich an den Händen der Mutter fest,
ein fröhlicher Junge mit seiner kleinen Schwester,
am Marktstand vor wenigen Augenblicken auf Früchte zeigte,
aber nun mit weit aufgerissenen Augen dasitzt,
Schockstarre die kleine Seele belegt,
auf den verletzten Bruder blickt,

überall Schreien und Wimmern,
verzweifelte Gesichter entsetzt auf eine Frau schauen,
die mit letzter Kraft herzzerreißend nach ihren Kindern ruft,
kurz darauf ermattet den Kopf senkt,
ihr Leben aushaucht,

in die Totengruft
des Krieges.


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Kriegsberichterstatter


Entlang eines langen Zaunes
aus dicken Holzbalken lagen sie,
neben einem zertrampelten Kornfeld,
verkrümmt, entstellt, ermordet,
junge Soldaten,
Augen und Mund weit aufgerissen,
zerfetzte Uniformen und Reste überall,
nicht weit entfernt versperrten verendete,
aufgedunsene Pferde den Weg,

schauerlich der Anblick
für den Kriegsberichterstatter,
der trotz der Übelkeit den Finger
auf dem Auslöser ließ,
um dem Grauen
ein Gesicht zu geben.


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Des Teufels Gier


Seit Zeiten
schleicht der Tod schweigend umher,
Dämon der Finsternis,
berauscht von feurigen Kriegen
der Unerbittlichen, der Folgsamen,
schielt unbeirrbar auf Sterbende in ihrer Qual,
wartend,

zieht mit verzerrtem Grinsen
seine heißgeliebten Totenscheine
unterm weit schwingenden Mantel hervor,
belegt mit kaltem Blick seine Opfer,
sucht weiter,
gierig immer weiter.

Ohne Worte
greift er hocherfreut nach Leben,
treibt wie auf Schwingen sein Unwesen
durch entartete Sinne der Mengen,
die das lieben, was er liebt,
den eisigen Tod.


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Lassen sich Kriege verstehen?


Krieg wurde befohlen,
Soldaten zogen aus,
hinterließen Frau und Kinder
und eine Mutter auch,
die weinte in die Schürze,
der Vater hielt bedeckt
mit Händen seine Tränen,
kannte des Krieges Schrecken,
das grausame Morden,
die gestorbenen Gefühle danach.

Es tobten Gefechte
auf See und anderswo,
Seelen sanken auf tiefen Grund,
wurden gefunden niemals mehr,
Werte brutal zerschossen,
die Lieben bangten Daheim,
Soldaten hofften auf Wiederkehr,
Kameraden kehrten zurück - oft allein
aus ihrer teuflisch bedrängten Lage.

Geschunden, verletzt kam der Zweifel,
Sinn ließ sich erfassen nicht mehr,
für Kriege und all die Leiden,
Frommes erlosch
im Rinnsal tödlicher Macht,
traumatische Gedanken
hielten Worte stumm.

Wahnsinn ist nicht zu verstehen!




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Wehrpflicht


Jung waren sie
eingezogen wurden sie
stramm standen sie
den Krieg lernen sollten sie
einen Eid dazu schworen sie
für den Ernstfall wussten sie
in den Krieg müssten sie

erst dann merkten sie
was es bedeutet für sie

Töten
Schießen
auf fremde Menschen
die sie nicht kannten
und jung waren
wie sie.


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Rollende Panzer


Wie Untiere
rattern vom Horizont her
auf zerfurchten Weiten
gepanzerte, rohrbestückte Schrecken,

zermalmende Stahlkolosse,
in dessen Spuren der lüsterne Tod
dem Treiben folgt,
Leben plündert,

Angstverstörte den
bedrohlich rollenden Panzern
kaum entfliehen können,
zum Himmel schauen,
den Mond erblicken,
der nicht mehr lächeln kann,
es ist Krieg,
ein Käuzchen schreit
am Waldesrand.

Noch können sie es hören,
noch!


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Verführte


Gelernt
marschierte die Jugend
mit stolzem Blick und
geschulten Sinnen
im Meer von Fahnen
inmitten jubelnder Massen
von hoch gestreckten Armen

Treueschwur und Gehorsam
bestimmten ihr Leben
das sie noch nicht verstanden
aber gefangen hielt
in der mystischen Zeit
einer manischen Macht

so junge Seelen
grausam verführte.




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Kriegsinferno


Angstbebende Soldaten
überspringen
im Feuerwerk der Schlacht
zerborstene Gräben,
fallen auf verletzte
stöhnende Kameraden,
robben durch verschlammte Erde,
wanken und laufen verwirrt
im glühenden Hexenkessel umher,
bangen um ihr Sein,

sehen Gefallene ausgestreckt liegen,
Ermattende, die schon fast irre,
im unerbittlichen Kugelhagel
schreiend zu Gott beten,
um dem Inferno zu entrinnen.

Schreie des nahenden Todes
verhallen ungehört
im Teufelsrachen.



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Spätheimkehrer


Zurück kam er
aus der langen Gefangenschaft,
der Zug rollte am Ende des Dorfes ein,
Frau und Kinder hielten Blumen,
freudevoll waren ihre Gesichter,
Anspannung stand Spalier
als der Bürgermeister
dem Mann mit dem
ausgemergelten Gesicht
entgegen trat, ihn begrüßte,
Wartende klatschten begeistert
und die Dorfkapelle spielte,
Girlanden schmückten die kleine Straße,
ein Schild „Herzlich willkommen“
hing an der frisch gestrichenen Tür.

Ein Duft von Kaffebohnen
kam ihm entgegen,
gerührt trat er ein,
Tränen übermannten ihn und rollten
in die innigen Umarmungen
seiner Familie.

Schluchzende Worte drangen
aus seiner aufgewühlten Seele:
„Ich danke Gott für diese Momente,
der Krieg ist aus, ich bin daheim!“


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Schritte


Einst sangen sie im gleichen Tritt
stolzierten durch die Gassen
Stiefel hallten schreckensvoll
schwarz war ihre Farbe

Kinder liefen hinterdrein
kannten nicht den Graus
hinter Gardinen kundgetan
so insgeheim verschwiegen
wache Geister blickten bang
innerlich der Schauer
sahen auf dem Boulevard
Uniformen
mit kriegerischen Schritten.



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Feldpost


Post aus der Heimat
von den Lieben daheim,

gespannte Annahme,
schweigend lesen junge Soldaten,
kauern im Verborgenen,

gestaute Tränen entleeren sich
über weiche junge Wangen,
fallen in Zeilen der Sehnsucht,
kaum vernehmbare Seufzer
entschleichen so manchem Herzen.

Draußen stürmen Schneeflocken
gegen den teuflischen Krieg,
bedecken die Schrecken der Zeit,
tarnen die Abscheulichkeiten
mit einer weißen Decke.

Wachen stapfen ihre Runden,
im kalten Schein des Mondes
spielt ein Kamerad wehmütig
auf seiner Mundharmonika
Melodien seiner Kindheit.


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Grausames Tun


Unbegraben
liegen sie im lärmenden Krieg,
keiner kann sich kümmern,
der Sturm geht weiter,

schwarze Vögel scharen sich
kreischend über die Gefallenen,
behüpfen ihre verdreckten
zerfetzten Uniformen,
zerren am Gedärm,

grausames Tun,

auch das
der Menschen
vorher.


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Grabenkämpfe


Zwischen den Gräben
tobt der Krieg

Zerfetzte liegen entseelt
im Blut des Hasses
andere warten frierend und betend
im Vorhof ihres eisigen Todes
scharfe Winde erstarren die Welt
weiß ist die Hölle
so weit das Auge blickt
es ist Winter.



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Des Teufels Beute


Unheilvoll
dröhnt das Getöse,
in Adern ängstigt sich das Blut,
bangt verzweifelt um sein Leben,
erhofft sich still ein wenig Glück,

doch feurig wird der Lüfte Beben,
ungestüm des Krieges Macht,
Soldatenseelen krepieren einsam
auf schlammig' blutigen Wegen,
Sinne dunkeln,
Gedanken verscheiden
entmenscht auf fremdem Boden.

Der Tod schleicht triebhaft kalt umher,
kennt auch kein Erbarmen,
greift lüstern gierig nach der Beute,
beschwört im Schatten des Unheils
triumphierend seinen Sieg.

Ist nie Verlierer.


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Heldenfriedhof


Soldaten,
als Helden in
fremder Erde begraben,

Kreuze erinnern
an Mut und Tapferkeit
Verblendeter,
die den Wahn
nicht erkennen konnten,
blindwütig gehorchten,
ihren Eid erfüllten,
sich heldenmütig
ins Gefecht treiben ließen,
befohlene Feindseligkeit
den Alltag bestimmte
und eigene Liebe blockierte.

Wollten sie das wirklich?
Wollten sie so zu Helden werden?


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Überfall


Soldaten stürmen in Dörfer
stecken Häuser an
treten brutal gegen Türen
machen vor Menschen nicht Halt
plündern wild und morden

dazwischen
verängstigte Kinder
die in Ecken kauern
der Gewalt ausgeliefert
Frauen liegen geschunden am Boden
von Gewehrkolben erschlagen
Panzer rollen
Geschütze feuern
Rauch vernebelt das Grauen
Tiere irren umher

der Krieg zeigt
sein scheußliches Gesicht
und grinst.


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Im Schlund des Krieges


Die Welt schmachtet
sie blutet aus
taumelt
in den Schlund
bewaffneter Kämpfe
deren Opfer ihr Zuhause
in kalten Gräbern finden
dem Leben entfernt
den Lebenden genommen
in feurigen Gewittern
verheerender Waffen

keiner sieht die Tränen
keiner die Einsamkeit
der Menschen
deren Träume
im Elend zerrinnen

bevor der Lufthauch
des Todes
sie berührt.


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Lippenbekenntnisse


Mit kriegerischen Worten
posaunen Lippen Frieden in die Welt,

während
Waffen Leben löschen und
das Leid der Erde mehren,
der Schwindel bis zum Himmel steigt,
unersättliche Gier weiter blüht,
Bäume sich in Särge wandeln,
Todesschergen grausam niedermetzeln,
Frauen und Kinder vergewaltigen,
Autobomben explodieren,
Unschuldige ermordet werden,

des Bösen Hände Leichen umklammern,
Totengesänge erklingen,
Fäden des Wahns Völker durchziehen,
Soldaten fürs Vaterland fallen,
Familien Traumatisches erleben,
Kriegsgelüste kein Ende nehmen,
und
Eroberer sich als Friedensengel rühmen,
werden solche Lippenbekenntnisse
nicht zum Frieden beitragen,
Kriege weiter üppig wuchern.


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Flüchtlingsleben


Eilig flüchten Leben,
verlassen Hab und Gut,
vorbei das Alltagsstreben,
es herrscht nur Gräuel und Blut.

Sorgen plagt das Denken,
was wird werden, was sein?
Wer kann Hilfe noch geben
im unwürdigen Dasein?

Flüchtig ruhen Menschen,
Angst schwebt über dem Raum,
Kinder schreien im Elend,
verstehen die Lage kaum.

Krieg ist ohne Gnade,
treibt Menschen in die Flucht,
in unbekannte Welten,
des Teufels gierige Sucht.



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Zeilen des Grauens


Granaten schlagen heulend ein
ins Leben der Gebliebenen,
ein Mädel jung - ohne Hilfe,
sucht im Schutt nach Verbliebenen.

Nicht viel ist ihnen geblieben,
die Verzweiflung hat ihren Platz
im zerstörtem Raum gefunden,
eine Kleine schreibt Satz für Satz
ins Tagebuch tiefen Grauens,
um ihren Verstand in Sorgen,
der nichts mehr zu begreifen scheint,
Aufschreie an jedem Morgen,
denn Ängste leben bei Tage
und verstecken sich nachts im Traum,
formen erschreckende Bilder,
bewusstes Sein erlebt sie kaum.

Das Mädel hört wilde Stimmen,
Männer zerren sie roh hinaus,
vergehen sich an der Unschuld,
geblieben ihr Tod und der Graus.

Die Zeilen sind stumme Zeugen,
schmiegen sich an des Mädels Herz,
in der Hoffnung, dass man sie findet,
zum Beweis für den Kinderschmerz.



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Kriegsgräber


Zu Gräbern der Vergangenheit
pilgern Menschen,

fromme Gedanken kreisen
um unvorstellbare Grausamkeiten,
die Länder ins Chaos stürzten,
Gut und alle Errungenschaften
zugrunde richteten,
dazwischen das Leid der Menschen,

die den Sinnesdrang zum Kämpfen
und Morden nicht verstanden,
bis heute nicht,

auch nicht die Symbole
die nun auf Gräbern stehen,
deren Dahinter
kaum einen Anteil
am Verhindern
der Kriege hatten.

Gottes Wille war es nicht!
Es war des Menschen Wille!


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Kampfbereit


Sie robben gehorsam
durch Dreck und Schlamm,
verschanzen sich in Gräben,
morsen, funken unentwegt
Befehle in die Lage,

aus der Ferne
erstürmen Soldaten
todesmutig des Feindes Land,
höllisch verheerendes Grausen,
dazwischen all der Toten Pein,

die den Wahn des Krieges
nicht mehr erkennen können.




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Soldatenbriefe


Versteckt in Briefen
schmiegte sich Hoffnung
eines jungen Soldaten
der mörderisches Tun
hautnah erlebte und
voller Sehnsucht im
Grauen des Hasses
an ein Wiedersehen
mit der Mutter glaubte

Tränen fielen
trockneten auf Zeilen
die den Trennungsschmerz
eines einsamen Kindes in
der Ferne verdeutlichte
doch eines Tages sein
teures Leben der
Sinnlosigkeit
opfern musste.


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Wartezeit


Warten, warten,
immer nur warten,
warten auf den Feind.

Geräusche in der Ferne -

schauderliche Ängste,
bebende Gefühle,
verzeifelte Gedanken
drängen durch die Seele,
angespanntes Schweigen,
furchtvolle Blicke
gleiten über die Senken
verstaubter Erde
zu den verpanzerten
Kameraden.

Warten, warten,
immer nur warten auf
den Feind,
den Krieg,
das Grauen,
den Tod.


up

Tränenlose Kinderaugen


Kinderaugen weinen stumm,
Tränen sind nicht mehr,
zerflossen im Elend,
im blutigen Kriegermeer.

Im Meer der Menschenseelen,
die hauchten aus ihr Sein,
Mutter, Vater, Familie,
Kinderaugen verlassen - allein.

Sitzen inmitten des Elends
verschockt - die Augen sah’n,
was Kinder nie begreifen,
den Krieg, das Blut, die Angst
und den Wahn.


up

Glaubensgleiche


Feinde sollten sie sein,
die Menschen gegenüber,

so sagte man es
den jungen Soldaten,
die mit kirchlichem Segen
Glaubensgleichen Waffen entgegen hielten,
ins Leben vieler zielbewusst feuerten,
Unbekannte erschossen,

Verwundete im Dreck
letzte Atemzüge in den Boden
des Krieges hauchten,
schreckensvolle Sekunden
ohne Beistand erlebten,
Segen nicht vernahmen,

nur den Sensenmann spürten,
der todesfreudig zwischen
den Fronten lauerte.


up

Es brennt die Stadt


Bomben fallen,
das Leben brennt,
des Menschen Sein
erlöscht in Sekunden.

Erwartungsvoll schleicht
der grinsende Tod durch
die Gassen und sucht
in Trümmern nach
noch Lebenden,
entdeckt eine
alte Frau,
die sich im
Feuersturm
mit letzten Kräften
an einen Laternenmast
klammert und in der Nähe
verschockten Kindern
schreiend zuruft:
„Kommt hier her,
haltet euch an mir fest!“.

Sie tun es und überleben
die irdische Hölle,
entkommen dem
lauernden Tod.


up


Bombeninferno


Wenn Echos
metalligen Grauens
in Häuserschluchten verhallen
hat das Inferno seine Stunde
glühen Funken lichterloh
wandeln die Stadt
zur Hölle

Feuersbrünste
löschen der Vergangenheit
einstiges Treiben
Kostbarkeiten
verwüsten
zu Asche

Schreie
verhallen im
Hauch des Todes
Seelen irren umher
Kinder sehen
stumm in
die Welt

der Horror
ist riesengroß.



up

Kindersoldaten


Welch ein Schmerz berührt die Seele,
die das Unfassbare nicht fassen kann
beim Anblick der Kinder,
die verlenkt werden,
die benutzt werden,
die geknechtet werden,
ihrer Kindheit beraubt werden
für Zwecke von Krieg und Gewalt.

Gehorsame kleine Augen
sehen nach rechts,
sehen nach links
Kinder stehen stramm
mit gerichtetem Gewehr,
üben den Krieg gegen die Großen.

Welch ein Leid in unser Zeit!


up

Endkampf


Versteckt im Krug
trägt man den Frieden
auf vielen Schultern
ins weite Land

er möchte gern
friedevoll leben
zwischen den Menschen
so Hand in Hand

doch lässt man ihn
nicht sehr gewähren
es herrscht das Böse
im großen Stil

des Menschen Herz
neigt oft vergebens
sich zu dem Guten
verliert sein Ziel

ganz plötzlich dann
entspringt der Frieden
und Scherben fallen
der Krug zerbricht

Kriege müssen
der Macht nun weichen
verlieren den Halt -
Gottes Gericht.


up


Mutterschmerz


Der Krieg ruft
der Junge geht

eine Mutterseele
beugt sich in die Tiefe
schweigender Ohnmacht
Gedanken drängen aus Wunden
grauenvoller Erinnerungen
eigenen Erlebens

schwere spürbare Seufzer
verschmelzen in Umarmungen
letzter enger Vertrautheit
lösen zwanghaftes Lächeln und
überbrücken die Angst
Gefühle erlahmen
steineschwer

der Krieg ruft
der Junge geht
eine Mutter weint sich
in die Hoffnung
einer Wiederkehr.


up

Soldatentrauma


Zurück kam er -
der Soldat aus dem Krieg

äußerlich unversehrt
legte er die Uniform beiseite
auch das Gewehr
und schwieg

alle freuten sich
über die Heimkehr
nur der Soldat nicht

Augen blickten
verwundet in eine Welt
die nicht mehr seine war
quälende Gedanken
machten sich breit
eroberten das Sein

Tod und Leben
dicht beieinander.


up

Kämpfe


Kämpfe, nichts als Kämpfe,
jeden Tag auf's Neu,
Gewalten gegen Gewalten,
täglich ohne Scheu.

Waffen umkreisen die Erde,
machen nirgends halt,
schinden, töten, morden,
machen Menschen kalt.

Sinnlos all das Treiben,
verwirren - bringen Not,
Kinder unschuldig leiden,
strecken sich hungrig nach Brot.

Kämpfe, nichts als Kämpfe,
jeden Tag auf's Neu,
Gewalten gegen Gewalten,
täglich ohne Scheu.


up


Ohne Garantie


Trauer legt sich auf die Herzen
Augen sehen des Krieges Wut
und im Hagel eisener Kugeln
schreien Seelen
angstvoll nach
dem Leben

Soldaten
Helme und Gewehre
geben keine Garantie.


up

Trauernde Weiden


Kinder der Zeit
spielten Krieg unter
den alten Weiden

Später zogen sie
in den Krieg
erlebten Grauen
sahen Schatten des Todes
die ihre Seelen in Brandungen
des Entsetzens stürzten
und Tränen stocken ließen

Verstört kamen sie
aus dem Krieg
zu den Weiden zurück
und fanden nur Trauer
es fehlten so viele.


up

Lebensraub


Um die Wette
heulten Raketen
als der Himmel zu
explodieren schien,
Geschosse das Land
und die Lebenden trafen.

„Gefallen für das Vaterland!“,
sagte man,
und wandelte
weiße Blätter
zu schwarzen
Todeslisten.

Keiner kann
die letzten Gedanken,
die letzten Wünsche,
die letzten Seufzer,
die letzten Schreie,
die letzten Worte
einsamer Seelen
ergründen,
sie bleiben
verborgen,
sowie das
geraubte Leben.


up

Raketeneinschläge


Sie treffen die Welt
der Unschuldigen
zerstören
das Wenige
ihres Lebens
Schreie der Seelen
verstummen im Blut
verstümmelte Leben
winden sich in Qualen
wegen streitsüchtiger
Feindlichgesinnter

Traumatisierte
irren durch Trümmer
schauen zum Himmel
finden keine Worte für
das sinnlose Treiben
der Zerstörungen

Augen verraten
ihre Ohnmacht
ihre Ängste
ihre Not.


up


Kriegseinsatz


Hände halten
kleines Leben
stumme Momente
eines liebenden Vaters
eines traurigen Soldaten
der in den Krieg zieht

Gefühle lösen Tränen
verfangen sich im Netz
inniger Vertrautheit
letztes Berühren
stilles Denken
Abschied
Küsse

Zweifel
Ungewissheit
würgt die Seelen.


up

Ängste und Tod


Granaten bersten
es bebt die Erde
jagen den Grund
in feurige Nacht

kämpfende Seelen
tauchen in Ängste
sehen die Hölle
den Himmel
nicht mehr
Dämonenfratzen
grinsen verwegen
zeigen mit Fingern
die Totenzahl an

nur Hunde jaulen
spüren das Sterben
und aus den Wolken
regnet es Tränen.


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Hoffnung


Wenn
Todeshände
Massen greifen
Sterbende einsam
zum Himmel schaun
starre Augen die
Felder belagern
Kriegsgeschrei
durch Lüfte hallt
das Leben zur
Sinnlosigkeit
verkümmert
dann
hat der Tod
den Sieg errungen
vorübergehend das
Leben abgeschnitten

bis zur verheißenen
„Auferstehung“.


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Todesschatten


Im Gleichschritt
zogen junge Leben
zu Menschen hin
ins fremde Land
man sagte
das sind
eure Feinde

die anderen
sagten es auch
und Krieg begann

Im Gleichschritt
zogen Todesschatten
legten Schlingen
ins weite Land
man sagte
kämpft nur
munter weiter

die anderen
sagten es auch
und Krieg tobte
unermüdlich
zog Seelen
ins kalte Grab.


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Kriegsspiele


In der Wiese
kämpfen Kinder
spielen tot
einfach nur so

In den Schulen
toben Kinder
bekriegen sich
einfach nur so

In Kasernen
üben Große
lernen Schießen
einfach nur so

In der Fremde
liegen Soldaten
brutal erschossen
einfach nur so.


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Trümmerfrauen von Berlin
(1945)


Verloren der II.Weltkrieg,
zerstört die große Stadt,
zerschlagene Steine prägen
die Sicht der noch Lebenden,
unwegsam jeder Schritt durch
zerbombte Häuserschluchten.

Männer gab es nicht viele,
es mussten Frauen ran,
Trümmer schippen,
Mörtel klopfen,
Eimer reichen,
Loren schieben,
im täglichen Kampf
das Überleben sichern,
hamstern, tauschen, kaufen,
um unverschuldete Nöte
vom Dasein zu lindern.

Im Schutt spielten Kinder,
Mäntel hüllten wärmend ein,
die Kälte brachte arge Sorgen,
Hunger zog durch alle Mägen,
Tränen fluteten voll Trauer
durch die Trümmer
von Berlin.


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Soldatengräber


Sie versäumten
nicht den Krieg
marschierten
mit Idealen
in den Tod
fremde Erde
bedeckt seither
die jungen Seelen

Jedes Jahr
drängen sich
Gänseblumen
ans Licht

wissen nichts
vom Krieg.


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Gefallen


Nebel ziehen
durch die Reihen
Seelen ruhen
im tiefen Grund
kurz nur war ihr
junges Leben
bald schon kam
die Todesstund'.

Religiöse gaben Herrschern
Halt und starken Sinn
schürten Eifer
halfen Siegen

seither zieren
Kreuzesbalken
weite Stätten
Spuren von
Lieblosigkeit
menschlichen
Grauens.


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Frieden, aber nicht so!


Solange
Menschen den Krieg lernen
Waffen weiter hergestellt werden
Soldaten in den Krieg ziehen und
Waffen begeisternd gebrauchen
Chemiewaffen versprüht werden
Atombomben die Welt bedrohen
Kriegsmaterial transportiert wird
Biowaffen die Ängste schüren
Geistliche die Waffen segnen
Haß in Herzen gepflanzt wird
Kinder keine Liebe bekommen
Das Vergeben so schwer fällt
Streit die Menschen beherrscht
Herrschende nach Macht gieren
Religionen sehr verschieden sind
Biblische Wahrheiten verkümmern

Lug und Trug die Macht begleiten
Die Gewalt immer schlimmer wird
Alltagssorgen beständig wachsen
Ungerechtigkeiten weiter blühen
Gesetze nicht gehalten werden
Verbrechen kein Ende finden
Heuchelei das Leben begleitet
Banken Gelder für Kriege leihen
Politiker sich über Gesetze erheben
Knabenschänder ihre Lust ausleben
Die Umwelt mutwillig verseucht wird
Werte mehr und mehr verloren gehen
Versprechungen nicht gehalten werden
Wissenschaftler keine Lösung kennen
Die Einsicht zum guten Handeln fehlt
Der Sünde freien Lauf gelassen wird
Die Armut sich auf der Erde verteilt
Diktatoren sich zum Gott erheben
Kinder nur Hungergefühle kennen
Kindersoldaten das Morden erleben
Menschen andere Menschen quälen
Straßenkinder vereinsamt vegetieren
Grausam gefoltert und gemordet wird
Bomben kostbares Leben auslöschen
Unschuldige weiter leiden müssen
Der Teufel weiter regiert
Solange
wird es keinen Frieden geben.


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Tränenlose Kinderaugen


Kinderaugen weinen stumm,
Tränen sind nicht mehr,
zerflossen im Elend,
im blutigen Kriegermeer.

Im Meer der Menschenseelen,
die hauchten aus ihr Sein,
Mutter, Vater, Familie,
Kinderaugen verlassen - allein.

Sitzen inmitten des Elends
verschockt - die Augen sah’n,
was Kinder nie begreifen,
den Krieg, das Blut, die Angst
und den Wahn.


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Steinewerfer


Seit altersher, da warfen
Menschen Steine und trafen
die, die sie Feinde nannten,
weil sie sich nicht gleich bekannten
oder schwörten nicht den Eid,
in der gnadenlosen Zeit.

Noch bis in unsere Zeiten,
in den steinig‘ wüsten Breiten
geht das Werfen seinen Gang,
hin und her ein Leben lang,
um dem anderen zu zeigen,
dieses Land ist mein Eigen.

Solange noch dort Steine liegen,
Völker sich im Hasse biegen,
sind sie weiterhin bereit
zum Werfen – hinterlassen Leid,
weil‘s Tradition seit altersher,
die Verteidigung und Gegenwehr.


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Streit


Wirke Gutes - sei bescheiden,
übe Dich im Streitvermeiden,
denn zum Streiten gehör'n zwei,
will einer nicht - ist Streit vorbei.

So könnten manche Kriege enden,
Streitigkeiten - sich zum Guten wenden,
doch hat der Mensch es nie verstanden,
drum der Streit - bis heut' vorhanden.


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Der Hölle entronnen


Überlebende
nähern sich den Befreiern
langsam
kommen Massen
aus Haut und Knochen
aus den Baracken
zerschunden von der Tyrannei
ausgemergelte Körper
starren mit hohlen Augen
in die Freiheit.

Überlebende
wandernde Skelette
gegenseitig stützend
können das Ende ihrer Drangsal
kaum realisieren
sie dennoch die ersehnte
Freiheit spüren.

Überlebende
der Hölle entronnen
Unschuldige
die dem Haß der NS-Zeit
ausgesetzt waren.

Sie hätten alle so gerne gelebt
würdig und in Frieden.


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Fragende Blicke


Leise wimmert
das Kind
im Arm der Mutter

Geschundene Körper
im heißen Sand
unbeweglich der eine
ungestillt der andere
fragende Blicke

Vergehende Atemzüge
das kleine Leben
ohne Hilfe und Entrinnen

Das sterbende Kind
einer verstorbenen Mutter
schließt die Augen
schläft in die Ewigkeit
fällt in Gottes Hand

Fliegen belagern den Tod

Der Krieg tobt weiter
unaufhaltsam weiter.


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Kriege opfern doch nur Leben


Es kommen die Soldaten
mit Gewehren und mit Spaten,
ziehen grabend sich durchs Land,
zu ihrem Schutz und Unterstand.

Dröhnend die Bomben fallen,
nebenan Kameraden zerknallen,
letzte Gedanken - letzter Schrei,
wieder ein Leben - vorbei, vorbei!

Alles lodert - alles brennt,
jeder um sein Leben rennt,
Tote liegen erstarrt im Dreck,
von zuhause so weit weg.

Frieden wird es so nicht geben,
Kriege opfern doch nur Leben!

Nein - ihr armen Seelen,
laßt euch so nicht quälen,
hört auf's Gewissen - bleibt zuhaus,
zieht nicht mit ins Feld hinaus.
Sagt einfach nur: "Krieg - nein danke!"


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Zukunftsfrage


Die Zukunft wird es bringen,
so hört man viele Leut',
doch will's nicht recht gelingen,
in Gegenwart und Heut'.

Die Zukunft gab es immer,
so hört man viele Leut',
nur wird's immer schlimmer,
in Gegenwart und Heut'.

Die Zukunft liegt weit offen,
so hört man viele Leut',
man soll nur weiter hoffen,
in Gegenwart und Heut'.

Auf was,
fragt sich manch' Leben,
worauf ist noch Verlaß,
auf was,
setz' ich mein Streben,
auf was, auf was, auf was?


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Alles war schon mal


Alles war schon mal,
gleiche Haartracht,
gleiche Stiefel,
dazwischen gleiches Denken.

Alles war schon mal,
erhobene Hände,
tretende Füße,
dazwischen gleiche Zeichen.

Alles war schon mal,
farbige Zeit der Väter,
dazwischen Andersdenkende
in der angepaßten Schar.

Alles war schon mal!
Heißt's - aufgepaßt !


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Sinnlos Morden


Wer kann's ertragen
ohne zu weinen,
die Blicke auf Körper
der zerschossenen Kleinen?

Wer kann's verstehen
das sinnlos Morden,
das Niedergemetzel
der wahnsinnig' Horden?

Wer kann's verändern
der Unschuldigen Leid,
die leben wollen,
und Inneres schreit?

Hauchen aus ihr Leben,
das erst begonnen hat,
liegen verschmiert im Blute,
es knabbert schon die Ratt'.

Wer kann's ertragen
ohne zu weinen,
die letzten Blicke
der zerschossenen Kleinen?