Begehrlichkeiten
(Satire)
Im Apfel saß verträumt ein Wurm
und hing am Tannenbaume,
wünschte sich von Herzen sehr,
zu weilen in einer Pflaume.
Bello schielte schon seit Tagen
begehrlich hoch zum Stern,
der war aus Zimt und strahlte,
hätte ihn zum Fressen gern.
Pummel, die dicke Katze,
liebte den Lebkuchenmann,
saß auf dem Schrank daneben
und kam nicht an ihn ran.
Der Wurm verließ den Apfel,
schaute freudevoll umher,
sah all die schönen Dinge,
begehrte auch sie so sehr.
Plötzlich knurrte Bello,
hörte des Wurmes Fraß,
auch Pummel laut miaute,
recht sorgenvoll sie saß.
Den Wurm all das nicht störte,
knabberte hin zum Stern,
vergnügte sich im Baume,
vom Lebkuchen nicht mehr fern.
Eifersüchtig sprang Pummel,
ergriff den Lebkuchenmann,
der Hund sein Zimtesternchen,
alles zu wackeln begann.
Der Wurm flog auf den Teller,
fühlte sich wie im Traum,
landete im Berg von Früchten,
dicht neben einer Pflaum‘.
Weihnachtsfloh
(Satire)
Im weißen Barte saß ein Floh,
darüber war der Mann nicht froh,
denn dieser sprang ganz wild umher,
zur Weihnachtszeit mehr und mehr,
weil er so sehr sich freute,
auf all die fremden Leute,
nur zu den lieben Kinderlein,
sprang er nicht im Kerzenschein.
Da Flöhe sie nicht kannten,
blieb er bei großen Verwandten,
zwickte hier und zwickte dort,
biß und hüpfte immerfort,
sah dann den Familienhund
zu der weihnachtlichen Stund',
ließ sich auf ihn fallen,
der zeigte ihm die Krallen,
das störte aber nicht den Floh,
liebte das Fremde und war froh.
Hundegelage
Ein Hund an langer Leine
hatte dicke krumme Beine,
und dazu einen kurzen Schwanz,
ließ sich rufen gerne - Franz.
Entgegen kam am kurzen Band,
ein anderer an Fräuleins Hand
hatte große steile Ohren,
war aber zu früh geboren.
Von weitem sahen sie kommen,
ein Herrchen, das ganz benommen,
sein Pinscher schaute voller Schreck,
als der gefallen lag im Dreck.
Die Buddel Rum ging in Brüche,
verbreiten taten sich Gerüche,
Hunde leckten mit Gier und Eifer,
wurden beständig immer steifer.
Plötzlich lagen sie alle flach,
Umherstehende ergriff der Lach',
hatten sowas noch nie gesehn,
blieben entsetzt und gaffend stehn.
Das Herrchen von dem Pinscherhund
erhob sich wieder sah in die Rund',
sah liegen die ganze Hundeschar,
und inmitten seinen Hund sogar.
Konnte sowas nicht begreifen,
Helfer kamen mit kreisch'nd Reifen,
zur Rettung der besoffenen Hunde,
und das zur fühen Abendstunde.
Orgelmann
Zwei schwarze Hunde sitzen
brüderlich vereint,
daneben ein Mann mit Leier,
ein Rentner wie's erscheint.
Kinder dürfen streicheln,
schmusen, drücken, steh'n,
der Alte orgelt Lieder,
gemütlich - das so zu seh'n.
Hundeliebe
Nachbars Hund hat eine Liebe,
einst' verzottelt und allein,
bis tierliebe Nachbarsleute,
sie steckten in die Wanne rein.
Später wurde sie geschoren,
sah possierlich aus und fein,
saß treu wartend am Morgen,
wollte in die Tür hinein.
Beide Hunde sah man tollen,
liebten sich einander sehr,
und dann eines Tages kamen,
von den beiden - ein paar mehr.
Hundeleben
Gefroren - kalt der Boden,
ein Hündchen geht voran,
mit ganz kleinen Schühchen,
am Kopf'ne Schleife dran.
Ein Hund - ein großer Boxer,
sieht's von weitem schon,
kann es gar nicht fassen,
kriegt heraus kein Ton.
Die Dame und das Herrchen
sehen stumm sich an,
ziehen an Hund und Leine,
gehen fort - weiter ihre Bahn.
Sommer am See
Am See gibt's viele Wege,
doch einer ist recht schön,
im Sommer duften Rosen,
rechts und links zu seh'n.
Buschig hoch in Mengen
steigt der Rosenduft,
fleißig surrendes Summen
erfüllt die Mittagsluft.
Zwei Hunde stecken die Nasen
in die dornigen Büsche rein,
drehen sich ganz schnelle,
oh je - dieser Stechverein.
Schauen um zu Herrchen,
der schüttelt nur den Kopf,
zeigt - soll'n weiter laufen,
entgegen kommt Mädel mit Zopf.
Begebenheit
Ging mal im Sonnenscheine
einsam vor mich hin
entgegen mir - Hunde mit Leine
hatten nur eines im Sinn.
Zogen an der Leine
zerrten Frauchen ins Gras
bellten auf ihre Weise
doch die Dame - weiterlas.
Konnte es nicht erraten
was so spannend war
für's Frauchen und die Hunde
ging sinnend weiter
sah Entenschar.
Benno und die Tante
(Satire)
Es stand ein schöner Weihnachtsbaum
in der Ecke im großen Raum,
und "Benno" der Familienhund
wurd' unruhiger von Stund zu Stund,
denn es sollte kommen die Tante,
Ottilie, eine enge Verwandte,
die den Hund noch nie mochte,
und beim Anblick schon fast kochte.
Plötzlich ging die Türe auf,
das Drama nahm nun seinen Lauf,
die Tante schrie in hohen Tönen,
fing hysterisch an zu stöhnen,
weil sie Benno sah, den Hund,
zu der weihnachtlichen Stund'.
Dieser hatte es vernommen,
daß die Tante war gekommen,
schlich sich zu dem Weihnachtsbaum,
denn nun wurde wahr sein Traum,
riß herab sich dann Lametta,
Benno wurde immer netter,
brachte es der Tante zur Ehr,
stieß natürlich auf Gegenwehr.
Dieses wurde ihm jetzt zu bunt,
machte sich durch Bellen kund,
ließ die Tante rückwärts gehen,
sie wurde im Haus
nie mehr gesehen.
Schloßhund
Im alten Schloß lebte ein Hund,
schloß mit dem Teufel einen "Bund",
wollten Fremde nicht einlassen,
wollten beide diese hassen.
Der Schloßhund lief entlang der Mauer,
legte stets sich auf die Lauer,
wenn Edelleute und Ritter
um Einlaß baten bei Gewitter.
Der Teufel sagte: "Aufgepaßt,
wir wollen hier doch keinen Gast!"
Den Schloßhund reute plötzlich sehr,
denn Fremden gebührt Einlaß, Ehr'.
Brach den Bund, sprang von der Mauer,
besah die Fremden sich genauer,
baten um eine nächtlich' Bleibe,
waren alle naß am Leibe.
Der große Hund sprang an das Tor,
die Reiter standen dicht davor,
Pferde scharrten mit den Hufen,
Reiter befehligten mit Rufen.
Ein Hundeheulen erfüllte die Nacht,
der Teufel so - sich's nicht gedacht,
tobte und fluchte wutentbrand,
weil die Wächter kamen gerannt.
Öffneten schnell das große Tor,
wie sie es taten stets zuvor,
dienerten vor der fremden Schar,
der Schloßhund machte "Männchen" gar.
Der Teufel sah's mit finsterem Blick,
denn Freude kam ins Schloß zurück,
er mußte von dem Schlosse weichen,
konnt' sein Ziel so nicht erreichen.
Der brave Hund - alt und weise,
starb am Tor nachts ganz leise,
seither war in aller Munde,
die Geschicht' vom "Teufelsbunde".
Schnauzer mit Tante
Ein Riesenschnauzer fuhr durch Berlin,
saß hinten im Auto bravlich drin,
gleich daneben die gute Tante,
von der Familie eine Verwandte.
Gestreichelt wurde das liebe Tier
hatte dabei so sein Plaisier,
fiel einfach um - auf die Seite,
in voller Länge, voller Breite.
Vorne saßen Herrchen und Frau,
die bemerkten beide ganz genau,
daß der Hund nur schmusen wollte,
und ihm drum auch keiner grollte.