129 Gedichte aus dem Leben und über das Leben




Vermessenheit Neu


Wer Vermessenheit
wie eine Monstranz vor sich herträgt,
der wird eines Tages abstürzen,
denn Hochmut kommt vor dem Fall
und keiner
wird sich zur Hilfe anbieten,
ihn wieder aufzurichten.



up

Still wird die Demut, wenn Hochmut in die Nähe kommt.



up

Auch rote Rosen werfen dunkle Schatten.



up

Traumatische Wiederkehr Neu


Erinnerungen schmerzen,
wenn traurige tiefgreifende Gefühle
plötzlich den Alltag bestimmen,
traumatisches Dasein,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag,

Vergangenes unaufhaltsam und intensiv
in die Gegenwart emporsteigt,
Gedanken gefangen hält,
dem negativ Erlebten
kaum eine Chance
zur Flucht bietet.

Das Hoffen auf Verständnis
in solch einer Lage
ist schwierig,
wenn Liebe
anderer fehlt.



up

Unvollkommen Neu


Der Mensch kann mancherlei
richtig machen, aber nicht alles,
weil ererbte Unvollkommenheit mit
allen Facetten sündigen Verhaltens
den Raum der Seele ausfüllt,
wegen des Ungehorsams
der ersten Menschen
gegenüber Gott.



up

Verdrehte Welt Neu


Wenn alles Unnormale zur
Normalität erklärt und gelebt wird,
dann hat der Ungeist
zielgerichtet
die Welt erobert,
Frevelhafte,
schändliche Verführer
auf seiner Seite.



up

Spiegelbilder Neu


Untrüglich ist der Spiegel,
ist stets ein Spiegelbild
von dem was sich drin spiegelt,
ein Gegenüberbild.

So zeigt der Spiegel Bilder,
spiegelt zu jeder Zeit,
all das was sich drin spiegelt,
ist stets dazu bereit.



up

Streben der Zeit


Die Zeit vergeht wie jeden Tag,
gestaltet sich stets neu,
schaut nach vorn,
niemals zurück,
unbeirrt seit Zeiten,

gleitet über Gräber
von Menschen aller Art,
sieht das Leben blühen
und auch das viele Leid,
drängt weiter ohne Zweifel
unermüdlich auf der Bahn
zwischen Himmelswelten
und dem Erdenrund,

strebt ständig in die Ferne
ohne einen Zwischenstopp,
wird niemals irgendwo enden,
das ist ihr sehr bewusst.



up

Hoffen


Blicke in die verborgene Zukunft
werden vom leisen Hoffen bestärkt,
dass sich Ziele und Wünsche gewogen
auf uns auswirken mögen und leidvolle
Tage ihren Lauf nicht vollenden können,
damit Zuversicht
die Gegenwart bereichern kann.



up

Wechselspuren


In der Höhe funkeln Sterne
wie in einem Lichtermeer,
Augen staunen voller Ehrfurcht,
Herzen glühen mehr und mehr.

Blicke neigen sich zur Erde,
halten inne kurze Zeit,
Sinne leuchten in das Dunkel,
Dankbarkeiten im Geleit.

Langsam ziehen Schritte weiter,
folgen ihrer Lebensspur,
Nächte schwinden in den Morgen,
Wechsel stets auf Wandertour.



up

Lebensfrage


Wenn man doch nur wüsste
wie das Leben müsste
wär' es gut für jeden
müsst' nur drüber reden
damit dieser wüsste
wie das Leben müsste.



up

Gott kennt alle Geheimnisse


Wenn der Tod dem Leben die Hand reicht
verschwinden Geheimnisse der Welt
in schweigende Ruhestätten,
den Lebenden unzugänglich,
aber nicht
der Allmacht Gottes.



up

Der Zeiten Dauer


Es geht die Zeit wohin sie will,
braucht niemanden zu fragen,
begleitet Leben seit Beginn
im Licht und dunklen Tagen.

So mancher möchte unbemerkt
Momente fest gern halten,
die einst zum Wohl der Seele war'n,
doch nützt kein Händefalten.

Sie hasten weiter vorwärts nur,
kein Weilen füllt ihren Sinn,
unendlich ist ihre Reise
und führt sie überall hin.



up

Hochmut


Es gibt ihn,
Hochmut als Halskette,
von weitem glanzvoll, auffallend, imponierend,
in der Nähe sonderbar, befremdlich, bizarr,
mit flachen unedlen Steinen verziert,
nicht fest verankert,
dem freien Fall ausgeliefert.



up

Vertrauter Mond


Immer gleich
lächelt der Mond aus dem All,
erhellt das Leben bei Nacht
und wacht beständig am Tag,

zeigt dem Betrachter
vertraute wechselnde Rundungen,
göttlich und planvoll erschaffen,
dem Geschehen irdischer Welten zugeneigt
und schweigt seit Ewigkeiten.



up

Abendhimmel


Schattierungen einer Wolkenidylle
schmücken den Abendhimmel
zur nächtlichen Ruhe.

Gespenstig wirkt das Leben,
das sich leise in Dunkelheit hüllt,
die den Tag verdrängt.

In der Glut des Himmels
voll flammender Pracht
verliert sich der Alltag
der Seelen,
die in ihren Häusern mit
Sorgnissen behangen
den neuen Tag ersehnen,
in der Hoffnung auf
Wende ihrer Nöte.



up

Band der Zeit


Dieser Augenblick ist bereits vorbei,
da weitere gedankliche Momente folgen,
das Band des Gewesenen dehnen,
Stück um Stück,

Gegenwärtiges in zierende Bordüren bindet,
es mit der Zukunft verknüpft,
um einen Grund zu geben,
das noch ungebrauchte Endstück
weiter zu gestalten.



up

Aus Träumen erwacht


In bunten Träumen ist alles
so selbstverständlich und real,
paradiesische Momente,
Wunschvorstellungen,
Begegnungen,
Empfindungen,
Gedanken.

Nach dem Erwachen
zerfällt der Vorhang erlebter Illusionen,
Kulissen entschwinden ins Unsichtbare,
Wirklichkeiten durchdringen das Dasein,
lassen der unbewussten Welt keinen Raum,
erobern erneut das Leben.



up

Talentierte Seele


In tiefen inneren Höhlen eines jeden
schlummern unvermutete Talente,

bis sich
eines Tages Sinne öffnen,
talentiertes Denken zum Vorschein kommt,
ungeahntes Wirken beginnt,
Sichten verändert,
Unentdecktes Begeisterung auslöst,
die Seele bereichert,
Zeiten wertvoller,
interessanter macht,
dem Dasein mehr Sinn verleiht,
Freude mehrt.



up

Licht der Erkenntnis


Im Taumel des Lebens
suchen Seelen nach Glück,
träumen von Welten
des Scheinbaren,
versinken im
Vergnügen
erwählter
Freiheit,
die eines Tages
erschöpft am Boden kauert,
von unerfülltem Sehnen
eng umschlungen,
der Ohnmacht ins
Auge sehen muss,
dass das Verlangen
nach inneren Frieden
nicht ohne Gott gestillt
werden kann.



up

Des Lebens Gang


Schon lang die Kette der Jahre,
behütet war die Jugendzeit,
es folgten Mühen und Sorgen,
das Leben zu allem bereit.

Das Alter kam immer näher
mit Weisheiten unter dem Arm,
zusammen wurden sie Meister,
es blühte so älterer Charme.

Als kam dann die letzte Stunde
hatte das Dasein keine Wahl,
blickte zurück in die Ferne,
seufzte tief: „Alles war einmal!“.



up

Veredelung


Ein Lebensbaum,
aus dessen Wurzeln Hass sprießt,
wird aus dem kleinsten Geäst
hassendes Blattwerk hervorbringen,
es sei denn,
eine Veredelung findet statt,
die die Knospen des Hasses
verkümmern lässt.



up

Bleibende Tatsachen


Sind Tatsachen
dann keine Tatsachen mehr,
nur weil man sie einfach wegdenkt,
beschönigt, verharmlost, widerspricht, aussitzt,
belächelt, verschweigt, glättet, herunterspielt,
bemäntelt, verteidigt, abwinkt und bestreitet?

Tatsachen sind bleibend,
weil Tatsächlichkeiten ausgeübt wurden,
so Grundwahrheiten unbestreitbar
die Gewissheit bestärken!


up

Mitgefühl


Kummer lagert
still in der Seele,
öffnet das Verstehen,
macht Gefühle bewusst,

Leiden anderer
werden spürbar,

Mitgefühl
erobert das Herz.


up

Federleichtes Glück


Wie eine Feder von Winden getrieben,
kann Glück wieder verschwinden,
es in Tiefen unglücklicher Tage gleiten lassen,
zermürbende Sinne wie in einem Schraubstock
grausam festhalten,
bis
wirbelnde Strömungen Schrauben lösen,
dem versunkenen Glück neues Leben einhauchen,
glimmende, erstrahlende Hoffnungsfunken
den Sprung ins Erneute entfachen.



up

Gewitterfront


Blitze hellen, Donner rollen
in die tiefe Nacht hinein,
und in Betten liegen Leiber
angstverschreckt vom hellen Schein.

Krachend stockt ein Blitz den Atem,
Grummeln folgt ihm auf den Fuß,
das Gewitter zieht schnell weiter,
andere noch erschrecken muss.



up

Ohnmacht


Strebsam scheinen die Mächtigen,
nebelhaft all ihr Treiben,
Küsschen hier und auch Küsschen dort,
es gibt stets was zu schreiben.

Ungestüm ist ihr Tatendrang,
die Reden sehr geschwollen,
bestimmen voller Eigenmacht,
was Völker gar nicht wollen.

So mischt sich schnell die ganze Welt,
Sorgen werden riesengroß,
chaotisch so der Mächt' gen Tun.
Was ist mit der Zeit nur los?



up

Erlösungsruhe


Wie eine Erlösung kann der Todesschlaf sein,
wenn Alter und Gebrechlichkeit Hand in Hand gehen,
einstige Kräfte schwinden,
Augen und Ohren müde werden,
das Denken schwerfällt,
Sprache den Sinn verliert,
um selber sagen zu können:
„Mein Leben war schön, gönnt mir die Ruhe!“.



up

Begleitende Ängste


Ängste
durchwühlen maulwurfartig
das Innere der bangen Seele,
graben unentwegt in dunklen nicht
enden wollenden Gängen wiederkehrender
düsterer Besorgnis,
am Tage wie auch in der Nacht,
ruhelos in großer Schar.

Undeutlich, aber hoffend
treibt das Leben weiter, immer weiter
in unbekannte Welten,
schwitzend, frierend,
lebensbedrohlich,
unwürdig.
Wohin?
Eine unbeantwortete Frage
in fluchtreicher Zeit!



up

Dunkel des Geistes


Ein dunkler Geist scheut das Licht,
damit sein dunkles heimliches Handeln
nicht ans Licht kommen kann und
dunkle schädigende Machenschaften ohne
Lichteinflüsse fortgesetzt werden können,
die sein dunkles Denken schmälern und
seine Zielsetzung einengen würde,
das Dunkle zu vermehren.

Sollten aber Lichtstrahlen
ins Dunkle geraten,
würde dieser Dunkelgeist
sich so lange in der Dunkelheit aufhalten,
bis erhellendes Aufklärungslicht
sein geistiges Dunkeldasein beendet,
den scheuen Geist lichtflutend offenbart.



up

Stressprobleme


Probleme, die am Tage stressen,
lassen sich nicht so schnell vergessen,
das Gestern schwirrt sorgend wild umher,
ergreift das Heute, der Stress wird mehr,
äugen dann beide hin zum Morgen,
vermehren sich des Alltags Sorgen,
die stillen Momente werden rar,
verstummen in purer Mühsal sogar.

Verbrauchte Kräfte machen sich breit,
es nagt Beschwernis zu jeder Zeit.



up

Erinnerungsschätze


Gute Erinnerungen sind
bleibende Schätze im Herzen,
die man an die Oberfläche des
eigenen Denkens hervorholen kann,
uneingeschränkt, wohltuend,
schwärmerisch, beseelt,

der unsichtbaren Bühne
positiver Rückschau zugeneigt.



up

Erinnerungsfenster


Fassungslos
werden die Spuren des Todes erlebt
Trauernde empfinden seelische Schmerzen
quälende Gefühle des Verlustes
leere Gedanken
Verzweiflung

aber tröstend
das offene Fenster der Erinnerung.



up

Egoist


Ich und ich
und nochmal ich,

sagt das Ich und fürchtet sich
vor dem Jemand, der es wagt,
ihn als Egoist beklagt,
da er doch so gerne gibt,
aber nur wie's ihm beliebt,
gibt dem Ich alle Ehren,
lässt sich auch nicht belehren,
denn sein Stolz es nicht erlaubt,
dass sein Ich ihm einer raubt,
folglich zu seinem Wohle
eisenfest die Parole,

ich und ich
und nochmal ich.



up

Heimweh


Weit entfernt vom Zuhause
werden schmerzende Gefühle wach,
die quälende ungeahnte Traurigkeit hervorrufen,
einsames Denken den Tag durchströmen lässt,
Stimmungen erschöpfen,
fehlende Geborgenheit
sich in Unsicherheit verliert,
Inneres ohne Halt
zu sein scheint.

So fremd
das Neue zwischen Menschen,
die ihren Alltag zu gestalten wissen,
sich wohl fühlen, zuhause sind,
ihr Dasein verständlicherweise
genießen können.

Heimweh plagt die Seele,
aber mit der Hoffnung,
dass die Zeit eine Rückkehr
im Gepäck hat.



up

Hohe Augen


Hochmut,
aus dem Mund der Torheit,
kann wie eine Rute knallen,

demütigen, verunglimpfen, kränken,
diskriminieren, verdächtigen, reizen,
erniedrigen, bedrücken, provozieren,
verachten, anprangern, verleumden,

weise Lippen sinnen anders.



up

Inneres Leid


Lachen im Schmerz
kann wie eine Schutzmauer sein,
damit nicht jeder gleich feststellen kann,
wie es im Kern der Seele aussieht,
wo Freude vergebens an der
Verriegelung des Kummers rüttelt,
schwere Lasten den Weg
zusätzlich versperren,

unsichtbares Empfinden
den Pulsschlag der Zeit
eingemauert miterlebt.



up

Aufklärung


Aufklärende, die erklären,
zur vollständigen Aufklärung beitragen zu wollen,
können erst dann als Aufklärer bezeichnet werden,
wenn sie stichhaltig erklären konnten,
dass nun alles Aufklärbare aufgeklärt sei,
und keine weiteren Erklärungsbemühungen
zur geforderten Aufklärung mehr notwendig sind.


up

Herbstlicher Lauf


Als er in der Dämmerung
die ersten Sterne funkeln sah,
spürte er, wie farbenprächtige Blätter
sein feuchtes Gesicht berührten, einige
auf seiner breiten Schulter landeten,
wieder mit dem Wind verschwanden,
während er den Weg
der Beleuchtung weiter
entlang hastete
und plötzlich neben sich ein
leichtfüßiges Wesen bemerkte,
das ihn mit einem „Hallo“ grüßte
und charmant lächelnd zielstrebig weiterlief,
den wirbelnden bunten Blättern unbeschwert entgegen,
die vor keinem schwitzenden nachfolgenden
leistungswilligen Jogger halt machten,
dem Lauf eine herbstliche Note bescherten.



up

Schatten sind alle gleich


Würden Menschen
mit verschiedenen Hautfarben
zusammen den Sonnenuntergang
eines weiten Meeres betrachten,
dann hätten ihre Schatten
alle die gleiche Farbe.

Würden Menschen
ihren Geist dazu erziehen,
der Gleichheit Ehre zu erweisen,
dann hätte Hass keine Chance
seinen Trieben zu folgen,
Leben wäre friedlicher.



up

Leere des Seins


Ohnmächtige Gefühle
lassen die Seele zu Boden sinken,
suchen nach Fäden des Verstehens,
die im Knäuel des Schreckens verborgen sind,
durch Schleier der Trauer verhangen,

schmerzvolles Sein sich mit Leere füllt
und Gedanken in Starre versetzt.



up

Lebensschwund


Wenn das eigene Ich zum Rätsel wird,
vertraute Menschen nicht erkannt werden,
der Gedankenaustausch verkümmert,
Gekonntes mehr und mehr verloren geht,
fremde Welten innerlich erblühen,
Stimmungen den Alltag ergreifen,
Erinnerungen schwinden,
Geistiges ergraut,

dann nimmt das Sein
einen Sonderweg,
verhüllt das reale Leben.



up

Unvermögen


Frieden und Sicherheit
können Menschen ausrufen,
aber sie nicht schaffen,
ihre Unvollkommenheiten
verhindern das Gelingen.


up

Normen


Toleranz hat Grenzen,
wenn Anstand auf der Strecke bleibt,
und Regeln des Tolerierens
nicht eingehalten werden.


up

Flucht ins Ungewisse


Ein Leben ohne Hoffnung,
beklagen zurecht so viele,
flüchten übers Wasser und fremdes Land
mit leichtem Gepäck und Sehnsüchten,
eingebunden das Ersinnen
einer besseren Zukunft.

Doch Wege der Drangsal folgen,
Härten nagen an Seelen,
Ängste weilen im Würgegriff Gieriger,
die Skrupel nicht kennen,
sie der Ungewissheit überlassen,
Willkommensgrüße häufig
im Treiben der Zeit versickern,
den Traumatischen Nahrung bieten,
ihre Zuversicht verdunkelt zu sehen,
der Pein des Mangels entkommen zu sein.

Zweifel prägen ihr Dasein,
bewahren Funken der Hoffnung
aber weiter in ihren besorgten Herzen.



up

Hilfe fürs Leben


Das Leben hat so seine Tücken,
lassen sich oft nicht verrücken,
wenn es einem dann aber gelingt,
Lebensmut die Tücken verschlingt,
dann kann Dasein sich neu gestalten,
für die Jungen und die Alten,
Gottvertrauen hilft in aller Not,
bringt die Seele wieder ins Lot.


up

Scheinbares


Manche Dinge,
die verloren scheinen,
scheinen nur verloren,
weil sie nicht verloren sind
und so das Verlorene
wieder erscheinen kann,
sobald scheinbar Verlorenes
wieder sichtbar erscheint.



up

Ruhm


Was ist Ruhm?

Ist er nicht
wie Farbenglanz
des Regenbogens,
der für Augenblicke
eine Wirklichkeit schafft,
das sehnende Herz aber
nicht zu satten Auen führen kann,
die bleibend erquicken,

sondern
mit leeren Spielereien in
eine Traumwelt taucht,
kurzlebig und schön
das Dasein schmückt?

Ruhm,
vergänglich
in seinem Wesen,
wie steingeworfene Ringe
auf der Wasseroberfläche,
die im Nichts verschwinden.



up

Schattenspiele


Ein Schatten weilt hinter dem Mensch',
rückt ihm nicht von der Seite,
bewegt sich dieser, folgt er gern,
in die Länge oder Breite.

Die Sonne lächelt bis zum Abend,
erfreut sich an der Schattenwelt
hinter Dingen und den Wesen,
bis die Nacht ihren Einzug hält.



up

Kerben der Seele


Schmerzendes Erleben,
verborgen, wiederkehrend,
traumatisch, quälend für das Wesen,
das gnadenlos tiefen Verletzungen
eiserner Umklammerung ausgesetzt ist,
nach entspannenden Momenten schreit,
verlorenem Selbstwert noch Chancen einräumt
abwesender Würde wieder zu begegnen,

wären die Gefühle nur anders,
normaler in ihrem Bestand,
um Narben zu glätten.



up

Altersstütze

(Haiku)

Die Jugend bleibt
in deiner Erinnerung
und stützt das Alter


up

Geist der Zeit


Ideenreich geistert Unsichtbares
durch Geschehnisse der Zeit,
löscht Vorhandenes,
erdenkt Neues,
nagt an sinnvollem Wissen,
erobert zielgerichtet die Sinne,
verwässert göttliche Weisheit,
berührt zweifelnde Gefühle,
stößt Erfahrungen ins Nichts,
erhebt Absonderliches zu Normalem,
entzweit das Gewissen,
lockert Gesetzliches,
erhebt sich ungestüm in den Alltag,
folgt freudig seiner Macht über Generationen,

die den unbeständigen Zeitgeist lieben,
ihn glühend verteidigen,

Kritiker mit Argwohn betrachten.


up

Endende Trauerzeit


Vergraben im Dunkel der Trauer
drängen eines Tages veränderte Gedanken
hinaus ans Licht, wandeln behutsam Verzweiflung
in Zuversicht, mildern so den quälenden Schmerz
des Unbegreiflichen, den Verlust eines Menschen,
der das ganze Leben veränderte,

keimende Hoffnung nun aber den Alltag nährt,
ein anderes Leben meistern zu können,
im Verbund zahlreicher Erinnerungen,
die bleibend wirken,
so wie die Liebe.



up

Was wäre, wenn wir noch vollkommen wären?


Dann würden wir
in Frieden und Sicherheit
auf einer schönen Erde leben,
Hass nicht vorhanden sein,
und Liebe könnte sich blühend entfalten.
Kriege würde keiner kennen,
und verheerende Waffen wären nicht erfunden,
die Leben löschen und Leid verursachen.

Der Tod wäre keine Folge des Ungehorsams
der ersten beiden vollkommenen Menschen,
Krankheiten und Altersbeschwerden hätten keine
Möglichkeit die Menschen zu bedrücken.
Sündiges Tun käme keinem in den Sinn,
und teuflisches Denken wäre allen unbekannt.
Tiere müssten Misshandlungen nicht ertragen,
und Menschen würden sich gegenseitig achten.

Die Erde wäre nicht mit Schadstoffen belastet
und das Leben auf dem Globus gefährdet.
Die Luft wäre nicht schädigend und das Wasser
nicht mit Chemikalien verseucht.
Wetterlagen wären sicher unter Kontrolle
und die Jahreszeiten ausgeglichen.

Des Menschen volle Zufriedenheit
würde sich im Alltag widerspiegeln,
Musik hätte ihren Platz, um die Menschen
freudig zu vereinen.

Vor allem aber
würde unser Schöpfer so angebetet werden,
wie ER es sich wünschte,
alles wäre sehr gut.


up

Kunstvoller Wüstensand


Einem Künstler gleich
wehen Winde den Wüstensand
zu markanten monumentalen Höhen,
formen beachtliche Ornamente in die Weite,
geben Staunenden kostbare Gefühle
und Wertschätzung für die Einzigartigkeit
dieser wandelnden sandigen Wunderwelt,
deren Licht und Schatten
die Wüste zum Juwel erhebt.


up

Freundschaft

(Haiku)

Mit nur einem Freund
kann ein Mensch die Einsamkeit
in Schranken halten.


up

Lebenszeit


Wäre das Leben ohne Zeit,
hätte die Zeit auch kein Leben,
da die Zeit aber ewiglich besteht,
kann auch Leben ewig sein,
weil der Geber der Zeit,
gleichzeitig der Lebensgeber ist
und so die Zeit jeden Lebens
im universellen Zeitplan
zeitliche Einordnung erfährt,
bis das Ewige das Zeitliche verlängert.



up

Sinneswandel


Ganz oben standen sie
in ihrem Wirken,
Ansehen, Trubel und Ruhm wurden
zum Lebensmittelpunkt,
veränderten ihr Inneres, den Charakter,
fühlten sich getrieben,
Zwiespalt drang ins Herz, machte krank,

bis eines Tages die Einsicht kam,
einen Sinn im bisherigen glanzvollen Leben
nicht gefunden zu haben,
machten einen Schnitt und fingen an,
sich für andere zu interessieren,
die die Sonnenseite des Lebens nicht kannten,
deren Alltag sich nur um das Überleben drehte,

fingen im Kleinen an zu helfen, ganz nah am Leid,
fanden so ihren Seelenfrieden
im Tumult ihrer Zeit.


up

Des Volkes Wut


(Weltweite Proteste gegen Regierungen)

Wie im Krater eines Vulkans,
der feurig schlammige Fontänen spuckt,
brodeln aufgebrachte Menschenseelen
hinter kunstvoll aufgetürmten Barrikaden,
Bürger, die nach Gerechtigkeit schreien,
andauernder Willkür und Unterdrückung
durch Herrschende entgegentreten wollen,

um ihr Überleben im Land kämpfen,
für ein normales Alltagsleben in ihrer Heimat,
ohne Angst und Gewalt,
ohne Hunger und Elend,
ohne Kriege mit all den Zerstörungen,
denen sie schutzlos ausgesetzt sind, der bedrückenden Übermacht nicht entrinnen können,
die knüppeln, schießen, Bomben werfen, verjagen,
unschuldige Zivilisten morden, Brände legen,
Familien in herzzerreißende Verzweiflung treiben,
ohne Mitleid für all die Trauernden und Opfer,
die sich ihrer Würde beraubt fühlen
und es auch sind.
Der Wunsch nach Frieden, Freiheit und Sicherheit
wird immer lauter und begehrlicher.
Sind Menschen aber überhaupt dazu fähig?



up

Ungeist der Zeit


Freudig sollte das Leben sein,
doch ist es voller Leid und Pein,
Geist der Zeit dreht seine Runden,
will des Menschen Sicht erkunden,
um dem Rechten auszuweichen,
all das Gute darin streichen,
was zum Wohl des Menschen gedacht,
wird von dem Ungeist nur belacht,
fängt gemäß dem Trend die Scharen,
die nach seinem Sinn verfahren,
drum ist die Welt so wie sie ist,
ungehemmt in teuflischer List.


up

Menschenstolz


Stolz,
ein Merkmal des Menschen,
schreitet gerne durch die Gesellschaft,
erobert tonangebend jede Zeit,
zieht in bunter Weise
galant seine Bahnen,
hinterlässt Spuren
durch
erhöhte Nase und Augen,
hochmütige Haltung und eitlen Gang,
Vermessenheit und herrischen Lebenswandel,
selbstgerechte Denkweisen und großspurige Reden,
das ganze hochtrabende Sein
offenbart so den menschlichen Stolz,
hält die Demut fern.



up

Zwiespalt


Solange
Zwiespalt in der Seele wohnt
kommt das Gemüt nicht zur Ruhe,
fallen Entscheidungen schwer,
kann der Gleichklang nicht gedeihen,
dem Inneren keine Zufriedenheit bieten,
denn
ein zerrissenes Dasein neigt zu
Unentschlossenheit,
geistiger Kraftlosigkeit,
Gewissenspein,
kann Disharmonie bestärken,
ein fataler Angriff auf sich selbst.



up

Schlaflosigkeit


Des Tages Mühen kreisen
gedankenvoll in der Nacht.

Hinter dem Kissen verbirgt sich
unentschlossen der Schlaf,
schaut erst seitlich verschmitzt hervor,
als der Mond ihm ein Lächeln schenkt,
das ihn veranlasst,
seine Vorboten zu beauftragen
Augenlider zu senken,
bevor er selber erscheint,
um Traumwelten zu eröffnen.



up

Ruhelose Zeit


Leise fließt das Unendliche,
drängt aus dem Vorher
in Augenblicke der Gegenwart,
ohne Verweilen,
neugierig,
ruhelos,
dem Neuen
wohlwollend zugeneigt,

zurück bleiben
Kammern gelebter Zeit.



up

Alles war einmal!


Schon lang die Kette der Jahre,
vergangen die Jugendzeit,
dazwischen Tage voll Mühen und Sorgen
die das Weiter zur Fülle türmte,
dem Leben ein wenig Halt gab,
bis Bahnen sich verzweigten,
Vertrautes schwand.

Vergangen all die Momente
mit Familie im trauten Heim,
als fröhliches Kinderlachen hallte,
kleine Füße Welten eroberten,
Tränen wieder trockneten,
Liebe gelebt wurde,

geblieben sind leise erinnernde Worte:
„Alles war einmal!“.



up

Lebenserneuerung


Veränderungen formen das Leben
bewirken neues Denken
anderes Schaffen

nehmen eingefahrenen Spuren
ihre Prägungen
werden breiter
unbestimmter
fraglicher
ebnen sich
zu Neuem.



up

Narben der Vergangenheit


Schwere Gefühle füllen die Seele,
schaukeln in einsamen Tiefen gegen
aufgewühlte Gedanken der Vergangenheit,
deren Wunden wiederholt schmerzen,
ruhende Keime neu erwachen,
sich fiebernd in die Gegenwart
des traurigen Seins drängen,
den Tag sichtlich belasten.



up

Herzliche Zuneigung


Liebe und Beistand
können den Schmerz einer Seele lindern,
ihn machtvoll vom Thron stoßen,
den wurzelnden Grund entfernen,

der Traurigkeit wachsen ließ,
schwermütiges Denken
mit Steinen beladen
im Alltag verankerte,

nun aber,
durch Herzensgüte
für Erleichterung sorgen.


up

Seelischer Absturz


( Volkskrankheit – Depression)

Schleichend drängen sich
bedrückende Gedanken
aus dem Vorher
in die Zeit,
wuchern durchs Gebein,
ziehen vorbei an Mauern
des Schweigens,
zerren am Geist
traumatischen Erlebens.

Ängste breiten dunkle Flügel
über tiefgründige Einsamkeit,
unerklärliche Furcht erobert das Sein,
Freude und Gefühle verkümmern,
Liebe schwindet im Schein
des Unüberwindbaren,
Gemütsschwere wächst sich
durch den Alltag und lässt
Zweigleisigkeit entstehen,
Einstigkeiten im Sog unsichtbarer
Düsterheit entschwinden.

Stille Schreie
verhallen unhörbar
hinterm Stacheldraht
erstarrter Sinne,
tauchen die Seele in
Hoffnungslosigkeit,
wenn das Sehnen
nach Leben
erlöscht.



up

Gottes ewiges Wirken


Ewig in Bewegung
ist das Unendliche der Zeit
im Herrschaftsbereich göttlicher Macht,
aus dessen Wirken Liebe strömt,
sichtbar im Detail der Dinge,
in künstlerischer prunkvoller Farbenheit,
dem Sehenden Wunder beschert,
Lebensfreude weckt,
dem Dasein Sinn vermittelt
auf der von Gott erdachten
ewigen Spur.



up

Morgendliche Sicht


Es schaut der Spiegel
in dein Gesicht
und schweigt,

voller Verwunderung
schweigst auch du,

es ist noch früher Morgen.


up

Nächtliches Erleben


Der Abend naht,
innerlich wirken Sinne des Tages
wie auf Perlenschnüre gefädelt,
leben im Verborgenen,
still oder ruhelos,
weilen versunken
in der Seele,
auf Lagern der Nacht.


up

Des Glückes Wesen


Glück hat kein langes Weilen,
auf Wanderschaft sehr bedacht,
vertreibt gern manche Sorgen,
Beglücken ihm Freude macht.

Schattenlos ist sein Wesen,
schwingt sich gern in Herzen ein,
um Seligkeit zu pflanzen,
in des Menschen schwere Pein.



up

Bilderalbum


Bilder begleiten das Leben,
halten Einzelheiten fest,
heben die Erinnerungen,
machen sie zu einem Fest
beim Anblick früherer Zeiten,
als das Leben froh gelang,
und Unbeschwertheit blühte,
alles ging so seinen Gang.

Neugierig blättern die Hände,
halten Seiten als Beweis,
dass ein Wandel ist zu sehen,
und es pocht ein Herz ganz leis',
denn all die lieben Verwandten
sind entschlafen schon im Tod,
das Album kann sie beseelen,
doch Gefühle haben Not.




up

Es wird schon wieder!


Im Schatten stand das Leben
fast ohne Sonnenlicht
belastend alle Tage
erdrückend das Gewicht

aber eines Tages
verbannte hilfreicher Rat
Kümmernis und Sorgen
beseitigte die Lasten
lichtete das Morgen

silberne Streifen standen
hellten den Horizont
schoben die grauen Wolken
hervor kam die Sonnenfront.




up

Kerker der Gefühle


Im Leid
verblüht die Seele,
stumm vergehen Stunden
im Verlies schmerzender Gefühle,
dem grübelnden unruhigen Geist
ohnmächtig ausgeliefert,
aufgewühlt,
durch bebende Schreie genährt,
die an fensterlosen Mauern
lautlos niedersinken,
den Kerker füllen,
das Hoffen ersticken.




up

Entspannung


Es neigt des Tages Fülle,
der Hände Werk getan,
Kinder ruhen in Betten,
jetzt ist Entspannung dran.

Der eine joggt durch Wälder,
ein andrer liest ein Buch,
und dann noch ein ganz andrer,
macht Nachbarn' nen Besuch.

Die einen lernen Spanisch,
stricken weiter den Schal,
simsen Nachricht zur Liebe,
ein jeder hat die Wahl.

So geht der Tag zu Ende,
der Mensch wird müd' zur Nacht,
schläft den Schlaf der Gerechten,
bis morgens er erwacht.


up

Schatten im Glück


Im Glück verbirgt sich Dunkel
spielerisch es danach strebt
die Wonne zu beschatten
sich emsig ins Dasein webt.

Dämpft der Freude Bemühen
möchte ebenbürtig sein
den Vorteil gern erhaschen
vom seligen Glücklichsein.

So wirkt das Sonnenlose
wünscht sich ungetrübtes Licht
möcht' gern sein ein Begleiter
doch Glück mag so einen nicht.



up

Seelenruhe


Verständnis
streichelt die Seele
hebt sie auf Stufen
der Zuversicht
entschleiert

verbannt
Trübes.


up

Lebenswille


Das Leben quält sich
über Hürden
stößt sie um
taumelt
verliert den Halt
fällt aus der Bahn

Augenblicke der Resignation

doch dann
rappelt es sich auf
startet erneut
überspringt die nächste Hürde
die anderen auch
läuft dem Sieg entgegen
spurtet zum Ziel.

Der Lebenswille hat gesiegt!




up

Zuversicht


Licht des Glaubens
eröffnet Menschen einen
anderen Blick
auf Dinge des Lebens

erkennen die Vergänglichkeit
sehen eine klare Hoffnung
am Horizont
können Betrübnisse der Zeit
besser ertragen
gelassener erdulden

spüren in sich
ein Herz voll Zuversicht
das den Alltag hoffend belebt.



up

Stille Momente


In der Stille
lauschen Sinne
erspüren bewegt
den Gang der Zeit
und im Dunst
der Augenblicke
tummeln sich ergeben
Blätter der Vergangenheit.



up

Kunstobjekt


Wenn der Seele
Gefühle entspringen
sich in den Sog des
Ideenreichtums
ziehen lassen
sich ausleben
Empfindungen
sichtbar machen
den Betrachter berühren
den Augenschein erhellen
dann hat die Kunst
das Herz erreicht.



up

Glück

(Haiku)

Erzwungenes Glück
wird den Augenblick suchen
um zu entrinnen.


up

Der Jahre Tod


Vorbei
die Jahre
voll Schaffenskraft
als das Leben noch blühte
das Sein pulsierte
Klarheit das Denken
ohne Schranken prägte

doch nun
baumeln am Band der Zeit
alte Erinnerungen

unklare
Einzelheiten
aus der Kindheit
beleben das Innere
lassen die trüben Augen
im Schweigen lächeln

Jahre dazwischen
sind schon gestorben.




up

Gotteswerk

(Haiku)

Wer lockt den Regen
aus den düsteren Wolken?
Es bleibt Gottes Werk.



up

Versäumnisse des Lebens


In der Frühe des Lebens
erblühen Träume,

die Welt gleicht einem Garten,
durch den die Freude mit
fröhlichen Kindern an der Hand schreitet,
und hinter Büschen
leuchtende Harlekine
verwegene Ideen schmieden,
hervorspringen,
erschrecken,
ihre bunten Gewänder
und Masken
hallendes Lachen auslöst,
es an wehenden Bändern entlang,
von Winden der Zeiten getragen,
durchs Dasein treibt,

eines Tages,
das Leben wird älter,

Träume fließen in trockenen Sand,
Buntes erstirbt,
Grünes zerfällt zu Staub,
Säume des Geistes
ziehen trauernd umher,

mit Wassern
göttlichen Lebens
wurde nie gegossen.



up

Zeit ist ewig


Ach, könnte die Zeit
sich den Momenten erbarmen
die bleiben sollen,
nie vergehn,

doch fehlt der Zeit
die Fähigkeit
selber zu entscheiden,
sie wird getrieben
von dem, der sie schuf,
endlos vorwärts strebend,

zweckgebunden
fürs Leben.


up

Gepresste Rosen

(Haiku)

Rosen verblassen
in geschriebenen Worten
der alten Bücher.


up

Zeit läuft weiter


Noch nie
hat es die Zeit gekümmert,
wenn das Jahr zu Ende geht,
zieht einfach weiter unbeschwert
im nächtlichen Spektakel,

Funken sprühen himmelwärts,
Böller knallen laut,
das alles stört die Geister nicht,
es ist nur Menschenbrauch,
das Böse bleibt
so wie bisher,
wirkt weiter
unermüdlich,
bis das Gute
es besiegt,
und überall
der Frieden wohnt,

noch nie
hat es die Zeit bereut,
das immer Vorwärtsschreiten,
denn sie ist so programmiert,
da gibt es auch kein halten.



up

Zeitgedanken


Der Mensch
ein Zeitgenosse
individueller Zeit
ein Begleiter
eigener Art

der den Weg
erst verlässt
wenn der Tod
die Reißleine zieht
das Leben beendet
vorübergehend
des Menschen
Zeit anhält.



up

Es war einmal


Erinnerungen
haben viele Facetten,
die Leidensvollen
doch auch die Netten,

die einen werden
als Stachel gesehen,
die anderen sollen
für immer bestehen,

und noch ganz andere
dann einfach vergessen,
so als hätte der Mensch
sie niemals besessen.




up

Tugenden


Liegt die Wahrheit
dir zu Füßen,
hebe sie auf,
bewahre sie gut,
lass sie dir auch
niemals nehmen,
halte sie fest,
habe dafür Mut.

Wohnt die Gradheit
in deinem Herzen,
dann hüte sie tief
im Seelengrund,
gute Gesinnung
wird dir helfen,
glaubwürdig sein
zu jeder Stund'.


up

Skulpturen


Skulpturen
regen an,
die Sinne, den Geist
des Betrachters.

Skulpturen
mahnen zum Gedenken
an Vergangenes,
an Schrecken und Leid,
an Helden und Poeten,
die die Zeit formten, bedachten
in Worten und Taten,
in ihrer Zeit.

Skulpturen
veranschaulichen Visionen, Ideen,
ordnen Gedanken in Formen,
Schöngeist und Muse lassen
ihren Sinnen freien Lauf,
verwirklichen sich
in sichtbaren Skulpturen.

Skulpturen
im Inneren des Menschen,
die Bildung des Herzens,
die Formen des Wesens,
die Gestaltung der Sinne,
die Ausstrahlung als Ganzes,
macht jeden zum Künstler
eigener Art,
in lauter oder leiser Weise,
abstoßend oder anziehend,
Weisheit rundet die Ecken,
die Kanten und Risse
im Menschen,
formt zur Liebenswürdigkeit.



up

Schattenzeit


Eingewebt im
Tuch der Zeit
liegen Spuren
der Vergangenheit

kräuseln sich Falten zu Höhen
satanisch grausigem Geschehen
deren dunkle Schatten
Lebenslichter löscht

Gegenwärtiges
sinnbetäubend sich
auf Scherbenhaufen
zum Horizont hangelt
einer Hoffnung
nicht ins Auge
sehen kann.



up

Malerische Künste


Des Künstlers Herz
kennt keine Grenzen,
hat im Denken seinen Plan,
führt den Pinsel,
taucht in Farben,
mischt Nuancen für das Feine
wunderlich mal hier, mal dort,
graut zu zarten Schattenbildern,
hebt das Grelle in die Höh',
pinselt Tiefe für die Augen,

im Bemühen, dass es werde,
so wie er es sich erdacht.

Unten rechts
in erdigem Grunde,
formt sich dann die Signatur
und das Jahr des Künstlers Mühe,
um Betrachtern still zu zeigen,
wessen Hand das Werk vollbracht.



up

Schöpfernähe

(Haiku)

Das rote Licht des
Sonnenuntergangs bringt uns
dem Schöpfer näher.


up

Lichtblicke


Wenn Humor
hinter Wolken verschwindet
durch das Dach
der Regen rinnt
scheint durch's selbe Loch
die Sonne
und das Frohe
kehrt wieder geschwind.



up

Lebensweisen


Wunderlich
vertreibt sich das Leben
seine Zeit
sorgt sich nicht
noch ist es verbittert

nur der Wirt
den es sich erwählt
bekommt seine Malässen
erlebt das Leben
in eigener Weise.



up

Stimmungen


Trübe Stunden
die vergehen
aber manchmal nicht so schnell
doch es werden
Zeiten kommen
mit Glück erfüllt die Seele rühr'n

alles Denken
wird gesunden
freudig lächeln auch der Mund
Trübsal sich
aus Ketten lösen
und vom Grund der Tiefe fliehen.



up

Nichtigkeiten


So langsam
reißen die Fäden
des Tingeltangels
dieser bunten Welt
spindeln haltlos
in die Tiefe
verfangen
sich in Dinge
des Unsinns
verknoten das Leben
in seinem Ganzen
zu einem Knäuel
Nichtigkeiten

denn alles
ohne den Blick nach oben
ist ein Haschen nach Wind.



up

Jetzt


Soeben
verschwand
das Jetzt

unwiederbringlich
unaufhaltsam in das
fließende Mosaik
zeitlichen Wandels

abenteuerlustig
und verschwiegen
dem Hunger
nach Leben
drangvoll
ergeben.


up

Spiegelleben


Still hängt
der Spiegel
an der Wand
harrt der Dinge
schweigt gelassen

der Morgen erwacht

kleine müde Augen
verwegenes Haar
verhaltene Mimik
bringen Leben
in die Starre
verweilen
Augenblicke
im Gegenüber
mit dem Wissen

dass Veränderung
den Blick verschönt.



up

Zeitreise


Geradeaus
beständig
ohne Halt
machtvoll
getrieben

fährt die Zeit
durchs Leben

erobert Augenblicke
greift nach Sekunden
vereint sie zu Minuten
bewirkt die Stunde
formt den Tag
die Woche
den Monat
das Jahr

berührt
die Zukunft
drängt gelassen
weiter in das Unendliche.



up

Blüten und Dornen


Durch Blüten
der Vergangenheit
winden sich
Gedanken
erobern
freudig
das Meer
der Sinne

doch auch
Dornen der Trauer
verfangen sich
in der Tiefe
der Seele

Gefühle
verlieren
ihren Halt
lösen Tränen
auf der Schwelle
zum Heute

verschwommen
bleibt die Sicht
auf Morgen
wenn man
inne hält.



up

Ich


Ich
nur ich
und das im
Sauseschritt
beschleunigt
zielstrebig
den Lauf
der Macht
des Erfolges
lässt Hochmut
sichtbar erblühen

doch am Ende
der Strecke
wartet nur

die blasse
Einsamkeit.


up

Übermorgen


Das Heute
nimmt Spuren
vom Gestern mit
in den neuen Morgen
erobert gelassen den Tag
und lässt ihn wirken

mit einzigartigen
Entwicklungen
so oder so
oder noch
anders

taucht
den Abend
in die Nacht
und weiter in
das Übermorgen.



up

Mondlicht


Wolken treiben
über das Land
und im Schein
des ewigen Lichts
mögen Sinne im
Trüben harren
dem Drang
zu Neuem
widerstehen
oder
Verlangen
nach Veränderungen
in sich tragen
zum Wohl
des Lebens.



up

Lebensspur


Flüchtig
entrinnt
das Leben

Jahr um Jahr
geht es seinen Gang
treibt das Alter voran
wird immer schneller
Bangen und Hoffen
auf mehr Leben
webt sich
in die Zeit
hält es in
der Spur.



up

Wissen der Zeit


Wohin das Heute
auch verschwindet
der Morgen kennt
schon seinen Plan
auch der Abend seine Reise
und das Gestern reiht ergeben
sich in der Zeiten Lauf hinein
wissend um das Morgen.


up

Rückschau


Das Leben verweht
wie eine Feder
im Wind
und
mit ihr
schweben
Erinnerungen

Wege der Jugend
drängen sich hervor
Anker des Verborgenen
lösen sich aus der Starre
entfachen funkensprühende
Lavaströme gelebter Zeiten
springen ins Gedächtnis
vom Heute

aus Leidensecken
treten schwarze Gestalten
grinsen in die gequälte Seele
Schatten verhüllter Ängste
stürzen ins Nichts

dann erhellt Licht
die verletzten
Gefühle
vorbei
alles vorbei

Erinnerungen
schwinden.



up

Ewiges Weiter


Das Gestern
versuche ich zu halten
binde es ins Heute
vergebens

erspüre
ein Drängen
ewiges Weiter
ins Morgen
der Zeit.



up

Erinnerungstanz


Der Tag war schon
morgens recht sonnig,
so schlenderte sie den
Weg zum Wald entlang,
setzte sich auf eine Bank und
ließ ihre Gedanken schweifen.

Plötzlich tauchten Erinnerungen
vor ihren blinzelnden Augen auf,
ließen sie im knallroten Kleid
am Arm einer frühen Liebe
über das Parkett wirbeln,
bei dem die Sinne schwanden
und Gefühle erblühten.

Es war die vierte Tanzstunde,
und alle sollten Walzer üben,
doch sie schaute nur verliebt
in funkelnde dunkle Augen,
reckte sich zu ihnen empor,
stellte sich auf die Spitzen
schwarzer Lackschuhe,
verlor das Gleichgewicht
und landete auf dem Boden.

Großes Gelächter.
Sogar die Musik verstummte.

Peinlich das Geschehen damals.
Alles nur noch Geschichte,
dachte sie wehmütig,
verließ die Bank
und lief weiter.


up

Selbstbeleuchtung


Manchmal empfinde ich
Bemerkenswertes in meinem Inneren,
das mich aufhorchen lässt und mich
an gesättigtes Zuckerwasser erinnert,
entdecke aber gleichzeitig Stellen,
die noch des Zuckers bedürfen,
aber wundere mich auch nicht,
denn ich weiß,
daß man nie auslernt,
nie alles verstehen wird,
nicht alles erreichen kann,
sich niemals die Vielfalt
des Lebens erfassen läßt,
und daß ich
den Finger stets auf
mich gerichtet halten muß.



up

Zug des Lebens


Im gleichen Zug
sitzen wir und schauen
hinaus ins Treiben der Welt
keiner kennt der Sichten Dauer
und doch regt sich der Wunsch
in die Ewigkeit zu reisen
dem Bedürfnis folgend
die Aussicht dahin
nicht zu verlieren.


up

Seelenruhe


Verständnis
streichelt die Seele
hebt sie auf Stufen
der Zuversicht

entschleiert
verbannt
Trübes.


up

Neues Jahr


Vergangenes
zurückgeblieben
im Neuen verankert
in der anderen Zeit
wieder aufgetaucht
eingebrannt
in die Schärfe
der Erinnerung

im Auf und Ab
ewiger Sonne.



up

Sehnen nach Glück


Des Glückes Zeit
ist nur zu Gast
kennt kein
ewig Weilen
küsst galant
des Sehnens Hände
sinnt auf Wiederkehren
einst gelebter Spuren.


up

Epochen


Unaufhaltsam
rinnt das Leben
durch die Zeit

Momente
begleiten
das Ewige
dringen ins Sein
hauchen Schatten
berühren das Glück
spüren das Sehnen
winden sich durch
Herz und Sinn
ziehen weiter
in die Ferne.




up

Was


Was heute
haucht
ist morgen
vergangen

Fragen
nach dem Übermorgen
stehen verstört in der Zeit

Bangen oder Hoffen
Weinen oder Lachen
Glaube oder Zweifel
Krieg oder Frieden
Freude oder Leid
Hass oder Liebe
Leben oder Tod

Was wird kommen
Was wird sein?


up

Wenn Worte fehlen


Mit dem Schleier
des Schweigens
verhüllten sie ihr
Nebeneinander

Fäden der Gleichgültigkeit
webten sich durch ihre Seelen
löschten Funken der Liebe
ohne Erbarmen
zu grauer Asche

todeshungrige
schwarze Gier
belauerte die Zeit
ergriff ein Leben
versiegelte das Ende
ließ das andere
wortlos zurück

zermürbende Gedanken
quälten gnadenlos
verbleibendes Leben
zerrten am Gewissen
Unausgesprochenes
wurde zur Pein

Schweigen tötete
Herzen.



up

Stille Momente


In der Stille
lauschen Sinne
erspüren bewegt
den Gang der Zeit
und im Dunst
der Augenblicke
tummeln sich ergeben
Blätter der Vergangenheit.


up

Dahinter


Im Kleid
der Sehnsucht
schreitet das Leben
durch die Zeit
unaufhaltsam der
Endlichkeit entgegen
wissend
vom ewigen
Dahinter.


up

Vergänglicher Ruhm


Leicht gebeugt
schlurft sie dahin,
die alte feine Dame
in einer fremden Stadt.

Mühsam
ist der immer gleiche Weg
zur einsamen Bank am See,
Tag für Tag.

Keiner kennt sie,
die alte feine Dame,
die einst Anmut verkörperte,
und in jungen Jahren Herzen
als Tänzerin im Varieté eroberte.
Vergänglich wurden Tanz und Leben,
vergessen in einer fremden Stadt.

Keiner kennt die alte fein Dame,
die zufrieden auf dem Weg
zum See hin lächelt.



up

Ewigkeit


Ein unablässiger Vorgang
durchschreitet die Zeit,
Schritt für Schritt.

Ewige Sehnsucht
durchflutet das Menschenleben,
verschiedenartig, fortdauernd,
nicht faßbar - aber vorhanden,
das Ewigkeitsgefühl im Herzen,
das Sinnen nach Unendlichkeit,
das Hoffen auf Erreichbarkeit,
der Glaube an eine Übermacht,
die das Sehnen stillt.

Wer kann sie begreifen,
die Ewigkeit - die immerwährende,
vom Schöpfer ins Leben gerufen,
in Menschenherzen verankert?
Wer sie verstehen,
die unabsehbare Zeit
im Strom der Ewigkeit?


up

Tränen fließen leise


Tränen fließen leise
zur Befreiung der Seele,
zur Freude des Glücks,
verlaufen sich in Wassern
der Enttäuschungen,
der Entbehrungen,
der Ängste,
der Sorgen,
der Schwermut,
des Verzagens.

Tränen fließen leise
beim Anblick des Lebens,
beim Verlust der Liebe,
beim Treffen der Liebe,
beim Tod des Lebens,
bei der Geburt eines Lebens,
bei Unglücksschlägen,
beim Leid der Unschuldigen,
beim Elend der Zeit,
bei dem Unrecht der Menschen,
bei dem Wahnsinn der Kriege,
bei der Zerstörung der Erde,
von Tieren und Pflanzen.

Tränen fließen sicher auch
beim Schöpfer alles Seins.
Ganz leise!


up

Wehmut


Wehmutsvoll
streift mein Blick
den Horizont des Meeres
gleitet mit den Wellen
zurück zum Strand
zu mir
einer Seele
die die Unendlichkeit
erfassen möchte
es aber nicht vermag.

Wehmutsvoll
erreiche ich die Grenze
meines Denkens.


up


Zeit


Wie durch ein Sieb
verrinnt die Zeit
was gerade noch war
ist jetzt nicht mehr
das Alter hat
die Kindheit
vertrieben
die Unbeschwertheit
geraubt.
Vergänglichkeit
in jedem Augenblick
zielstrebende Eile
im Bewußtsein
der Unhaltbarkeit.


up

Freunde sagen "Du"


Nicht jeder hat ein "Du" im Sinn,
ob im Süden oder Küste,
auch ist nicht jeder so verwandt,
gezwungen er's sagen müßte.

Das Leben hat das "Sie" als Form,
man erlebt es so fast täglich,
und auch die Nähe bleibt so fern,
das "Du" so dann nicht mehr möglich.

Doch Freunde sagen gerne "Du",
können sich auch alles sagen,
so ist's auch mit dem Himmelsgott,
müssen ohne Scheu es wagen.

Er kennt der Menschen Seelen,
liebt Herzen die gütig und rein,
will sich zum Freund gern bekennen,
durch das "Du" uns nahe sein.


up

Zukunftsfrage


Die Zukunft wird es bringen,
so hört man viele Leut',
doch will's nicht recht gelingen,
in Gegenwart und Heut'.

Die Zukunft gab es immer,
so hört man viele Leut',
nur wird's immer schlimmer,
in Gegenwart und Heut'.

Die Zukunft liegt weit offen,
so hört man viele Leut',
man soll nur weiter hoffen,
in Gegenwart und Heut'.

Auf was,
fragt sich manch' Leben,
worauf ist noch Verlaß,
auf was,
setz' ich mein Streben,
auf was, auf was, auf was?



up

Gedankenverloren


Gedankenverloren,
berauscht vom Anblick
der untergehenden Sonne,
verweilen Augen am Horizont,
halten inne, danken nach oben,
dem Schöpfer
von Farben und Pracht.

Ein immerwährender
Zustand des Staunens,
der Unbegreifbarkeit,
Momentaufnahmen des
veränderbaren Lebens.

Gedankenverloren
schweifen Augen über
das aufgewühlte Meer,
dessen schäumende Wellen
die Felsen beklatschen,
den Sonnenuntergang verzerren,
Gefühle in nie erahnter
Weise erwecken.
Innerlich still !


up

Glatzen


Glatzen
können erotisch sein
oder glänzen edelfein
machen auch das Tempo schneller
Gesichtsausdrücke etwas heller
erheben das Markante
vermehren das Galante

doch wie erschreckend

Glatzen
die mit Stiefeln treten
beängstigend Gewalt vertreten
Kulturen durch die Straßen hetzen
und das Leben töten, verletzen.

Sieht das Volk
die große Gefahr?